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Stadthagen Stadt Integrationsbeauftragte: SPD will endlich Ergebnisse sehen
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Integrationsbeauftragte: SPD will endlich Ergebnisse sehen
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00:19 15.05.2019
Wie kann die Integration von Menschen aus fremden Kulturen gelingen? Um diese Frage zu klären, gibt es in Stadthagen eine Integrationsbeauftragte - doch die steht in der Kritik. Quelle: Symbolfoto, dpa
Stadthagen

Die Kritik der SPD an Stryj wurde vor allem in der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses laut.

Nach fast einem Jahr im Amt: Konzept liegt noch nicht vor

„Wir haben eine andere Erwartungshaltung bezüglich der Ausrichtung der Integrationsarbeit“, sagt der Fraktionsvorsitzende Jan-Philipp Beck. Im Vorfeld war die Erstellung eines Integrationskonzeptes als oberstes Ziel definiert worden. Bei der SPD sei man verstimmt, weil davon noch nicht viel zu sehen sei.

Wir sehen hier den Bürgermeister in der Pflicht.

Jan-Philipp Beck , SPD-Fraktionsvorsitzender

Und das, obwohl Marlen Stryj fast schon ein Jahr im Amt sei. „Wir hätten erwartet, dass sich bis jetzt wenigstens eine Struktur herausgebildet hat und deutlich geworden ist, welche Ziele bestehen.“

Sozialdemokraten sehen Bürgermeister Theiß in der Pflicht

Bei der Bewilligung der Stelle sei festgehalten worden, dass diese den strategischen Rahmen der Integrationsarbeit setzen soll, „also als Klammer dient zwischen dem ehren- und hauptamtlichen Engagement“. Dies sei für die SPD so nicht erkennbar.

Mehr zum Thema: Eine Deutschtürkin berichtet: Darum ist Integration so schwierig

„Das ist natürlich schon mehr als ärgerlich, weil ja öffentliche Gelder in die Stelle fließen und der Bedarf in der Stadt einfach sehr groß ist. Das Thema drängt.“

Für die SPD ist klar: „Wir sehen hier den Bürgermeister in der Pflicht.“ Schließlich ist die Stabsstelle der Integrationsbeauftragten direkt ihm unterstellt.

Das sagt Theiß zu der Kritik an seiner Kollegin

Theiß beschwichtigt: „Die Stelle ist neu und Frau Stryj ist auch neu in der Stadt. Unter diesen Bedingungen, sie hat nun mal keine volle Stelle, ist es schwer. Und es gibt viele Beteiligte, mit denen sie sprechen muss. Nichtsdestotrotz versuchen wir, ständig dran zu arbeiten.“

Dazu gehöre auch eine bessere Öffentlichkeitsarbeit. Wie berichtet, ist bisher kein Pressegespräch mit der Integrationsbeauftragten zustande gekommen, weil sie es zeitlich nicht einrichten konnte.

Ihrer Idee, einen Runden Tisch Integration einzurichten, steht Theiß grundsätzlich positiv gegenüber. Dieser soll nach den Vorstellungen Stryjs noch mehr Beteiligte aus dem hauptamtlichen Bereich zusammenholen, als im Integrationsbeirat sitzen.

SPD unzufrieden: Was soll der Runde Tisch bezwecken?

Beck ist die Zielsetzung eines solchen Gremiums nicht klar: „Man hat schon viele Akteure im Beirat sitzen und ich warne davor, Doppelstrukturen zu schaffen.“ Für ihn sei ein Runder Tisch nicht der richtige Weg, zumal überhaupt nicht deutlich werde, was Stryj damit bezwecke.

Außerdem sei im vergangenen Jahr vor dem Ratsbeschluss zur Schaffung der Stelle mit dem Bürgermeister darüber gestritten habe, ob es nicht erstmal sinnvoll sei, die Bedarfe zu ermitteln, bevor jemand eingestellt werde. „Der Bürgermeister hat aber für eine schnelle Umsetzung gestritten.“ von Mira Colic