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Stadthagen Stadt Schnelles Internet für den Helweg
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17:09 12.06.2019
Die Vertreter der Stadt und der Versorgungsunternehmen begutachten die Erdarbeiten für das Verlegen der Glasfaserkabel. Quelle: ssr
Stadthagen

Die Besonderheit: Das Ganze ist nach den Worten von Bürgermeister Oliver Theiß ein gemeinschaftliches Pilotprojekt von regionalen Unternehmen – den Stadtwerken Schaumburg-Lippe, der Westfalen-Weser-Netz und dem Versorgungsunternehmen EWE.

Die Leitungen mit einer Gesamtlänge von 1350 Metern und einer Leistungsstärke bis zu zehn Gigabit verlegt das Unternehmen Westfalen-Weser-Netz. Die Investitionssumme dafür beläuft sich nach Angaben von Dirk Rabeneck, bei dieser Firma für den Vertrieb von Netzdienstleistungen zuständig, auf rund 100 000 Euro: „Eigentlich verlegen wir Glasfaser nur bis zur Verteilerstation, hier aber legen wir bis zu den Gewerbegrundstücken – und wenn der Auftrag vom Kunden erteilt wird, stellen wir auch den Hausanschluss her.“ Das Leitungsnetz wird dann an EWE vermietet. „Für uns ist das ein Pilotprojekt, wir wollen sehen, ob sich so etwas für uns langfristig rechnet“, erläuterte Rabeneck.

"Gehört zur Daseinsvorsorge"

Das Unternehmen EWE und die Stadtwerke vermarkten gemeinsam das Glasfasernetz. „Die hiesigen Stadtwerke haben guten Zugang zu den potenziellen Kunden, darum gehen wir diese Partnerschaft ein“, berichtete Guido Ullmann, bei EWE Leiter für die Geschäftskunden in der Region Ostwestfalen-Lippe. Die Stadtwerke haben sich nach Darstellung ihres Geschäftsführers Eduard Hunker dafür entschieden, in die Glasfaserversorgung einzusteigen, „weil das mittlerweile zur Daseinsvorsorge gehört“. Deren erstes Pilotprojekt war im Bückeburger Gewerbegebiet Kreuzbreite gestartet worden.

Nach Angaben von Ullmann haben am Helweg und im genannten Abschnitt der Vornhäger Straße bisher drei Gewerbebetriebe Nutzungsverträge unterschrieben. Der erste war die Firma Schultz+Partner Versicherungsmakler KG. „Die Anbindung an Glasfaser ist für uns einfach existenziell“, sagte Inhaber Norbert Kunze. Weiteren acht Unternehmen wurden laut Ullmann konkrete Angebote gemacht. Insgesamt kommen 25 anliegende Firmen als potenzielle Nutzer in Betracht. „Es ist immer so, dass sich nicht gleich alle entscheiden“, weiß Ullmann. „Es kommt aber letztlich keiner an Glasfaser vorbei, am Ende wird sich die Sache für uns rechnen“, zeigt er sich optimistisch.

Dank an alle Beteiligten

Dass es für dieses gemeinschaftliche Pilotprojekt kein Fördergeld gegeben hat, betonte der städtische Wirtschaftsförderer Lars Masurek. Die Stadt hat bei dem Projekt eine koordinierende Funktion ausgeübt. „Die Anbieter treten hier in Vorleistung und errichten die Infrastruktur, bevor sie Verträge abschließen können“, so Masurek. „Das ist ein gutes Gemeinschaftsprojekt, bei dem allen Beteiligten Dank gebührt“, fügte Theiß hinzu. Es sei nicht einfach, ein solches Projekt so auszutarieren, „dass es am Ende für alle Seiten wirtschaftlich interessant ist“. Von Stefan Rothe