Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadthagen Stadt Schulbus-Aktionswoche: Landkreis zieht positive Bilanz an den Haltestellen
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Schulbus-Aktionswoche: Landkreis zieht positive Bilanz an den Haltestellen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
12:00 26.02.2020
Vertreter des Landkreises, der Schulen sowie des Busunternehmens waren vor Ort, um die Lage im Auge zu behalten. Quelle: Roger Grabwoski
Anzeige
Stadthagen/Landkreis

Gut eine Woche nach dem Ende der Schulbus-Aktionswoche hat der Landkreis Bilanz gezogen. Nach Angaben von Schulamtsleiter Ralf Mahnert fällt dieses „grundsätzlich positiv“ aus. Die Problematik – also das gefährliche Drängeln an den Bushaltestellen – sei nun stärker in den Köpfen, sowohl in denen der Schüler als auch der Eltern.

Wie berichtet, waren vier Tage lang Vertreter des Landkreises, der Schulen sowie des Busunternehmens vor Ort, um die Lage im Auge zu behalten. Hintergrund ist das starke Gedränge und Geschubse beim Einsteigen der Kinder – vor allem an der Jahnstraße. Ein Junge hatte sich dabei sogar vor Kurzem ein Bein gebrochen. „Dieses Problem muss mehr ins Bewusstsein, das haben wir erreicht. Wie nachhaltig die Aktion jedoch war, muss sich erst noch zeigen“, so Mahnert.

Kritik von erbosten Eltern

Von den Eltern habe es ein geteiltes Echo gegeben. Rund ein Dutzend Anrufe seien beim Landkreis eingegangen. Dabei habe es auch Kritik von „erbosten“ Eltern gehagelt, die Regressforderungen gestellt hätten. Schließlich hätten sie die Fahrkarte bezahlt und somit Anspruch auf die Beförderung.

Mehr dazu: Aktionswoche an Stadthäger Schulbus-Haltestellen zeigt Wirkung

„Da muss ich ehrlich sagen, dafür habe ich wenig Verständnis. Eltern sollte die Sicherheit ihrer Kinder doch vorgehen.“ Außerdem erwarte er eigentlich, so Mahnert, dass die Eltern positiv auf ihre Kinder einwirkten, was das Verhalten an der Haltestelle angehe. Es habe jedoch auch Anrufer gegeben, die die Aktion wohlwollend betrachtet hätten: Es sei „Zeit, dass sich etwas tue“, so die Meinung der Befürworter.

Zwei Busse müssen Ehrenrunde fahren

Am letzten Tag der Aktion habe nach Angaben von Mahnert zwei Busse eine „Ehrenrunde“ (15 Minuten lassen die Fahrer vergehen, bevor sie die Haltestelle ein zweites Mal anfahren) drehen müssen, weil die Schüler sich nicht an die Anweisungen des Ordnungspersonals gehalten haben. Insgesamt sei dies während der viertägigen Aktion jedoch nur drei Mal vorgekommen.

Zum Thema: Gewalt und Gedrängel an zentraler Schulbus-Haltestelle in Stadthagen

Ob die Busfahrer diese Maßnahme auch in Zukunft anwenden könnten, beantwortet der Schulamtsleiter zögerlich, denn: „Wir bewegen uns hier in einer Grauzone.“ Grundsätzlich gebe es die Beförderungspflicht, „aber wir wollen nicht noch mal ein gebrochenes Bein riskieren. Ich würde es also mittragen“.

Schlimme Unfälle ereignen sich auch bei niedriger Geschwindigkeit

Mahnert kündigt an, dass Mitarbeiter der Verwaltung punktuell vor Ort weiter kontrollieren werden. Und notfalls die Fahrer anweisen würden, weiterzufahren.

Mittlerweile habe die Stadt Stadthagen auch die gelbe Linie auf dem Gehweg frisch nachgezogen, hinter der die Kinder und Jugendlichen auf den Stopp des Busses warten sollen. „Die Busfahrer haben Bedenken, dass Kinder sich gegenseitig vor den Bus schubsen könnten.“ Denn selbst bei niedriger Geschwindigkeit seien dabei schlimme Unfälle möglich. von Mira Colic

Zum Weiterlesen: Schulbus-Ärger in Hagenburg: Darum ist das Problem so komplex