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Stadthagen Stadt Siga: „Eines ihrer schwierigsten Jahre“
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Siga: „Eines ihrer schwierigsten Jahre“
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12:11 29.06.2019
Stadthagen

 „Eines ihrer schwierigsten Jahre, vielleicht sogar das Schwierigste“ hat die Schaumburger Initiative gegen Arbeitslosigkeit (Siga) in 2018 erlebt. Das hat der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Karsten Haake auf der Generalversammlung der Genossenschaft im Jakob-Dammann-Haus eingeräumt.

Es sei im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 1,35 Millionen Euro ein Defizit von 59 000 Euro erwirtschaftet worden, rechnete Haake vor. Dieses sei durch Mittel aus den Rücklagen der nicht ausschließlich gewinnorientierten gemeinnützigen Genossenschaft gedeckt worden.

Hauptursache für das Minus sei die Tatsache gewesen, dass ein Projekt für langzeitarbeitslose Schwerbehinderte drastisch habe zurückgefahren werden müssen, weil das Jobcenter kaum noch Betroffene zugewiesen habe. Hintergrund dafür ist, dass das Jobcenter dafür weniger Mittel zur Verfügung hat als bisher. Die Siga, die sich der Qualifizierung von langzeitarbeitslosen, teilweise beeinträchtigten Menschen widmet, lebt zum großen Teil von Projektaufträgen des Jobcenters.

Darüber hinaus habe die Siga im Jahr 2018 drei Projekte schließen müssen, fuhr Haake fort: die Ladengeschäfte „flair“ in Stadthagen und Rinteln sowie den Restaurationsfachbetrieb „AMM“ für Möbel in Wendthagen. In beiden Fällen seien die Umsätze dramatisch gesunken, sodass die Einrichtungen nicht länger wirtschaftlich zu betreiben waren. Damit verbunden waren laut Haake insgesamt neun betriebsbedingte Kündigungen. „Ein Großteil dieser Mitarbeiter konnte erfreulicherweise sofort einen neuen Arbeitgeber finden oder in den Ruhestand wechseln.“ Der Vorstands-Vize fuhr fort: „Das alles entspricht nicht der Namensgebung der Siga, der Satzung und dem Empfinden, sozusagen dem Siga-Gen.“ Nichtsdestotrotz sei der Vorstand „gezwungen gewesen, wirtschaftlich zu denken und zu handeln, um ein Weiterführen der Siga auch im Jahr 2019 zu gewährleisten“, so Haake.

Für das laufende Jahr strebt der Vorstand nach den Worten von Haake „einen leichten Gewinn“ an. Nach dem ersten halben Jahr könne man davon sprechen, „dass wir uns in einem soliden wirtschaftlichen Jahr befinden“, sagte Haake.

Ende 2018 beschäftigte die Siga 31 sozialversicherungspflichtige Mitarbeiter, drei geringfügig Beschäftigte und zwei Auszubildende. Von den insgesamt 36 Mitarbeitern haben 15 eine anerkannte Behinderung. In den gesamten Maßnahmen der Siga wurden 2018 insgesamt 220 Arbeitslose betreut. Dabei handelt es sich um Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen in den Bereichen Holz, Metall, Büro, Einzelhandel sowie Lager und Transport. In dessen Bereichen habe der Umsatz gesteigert werden können, „eine hervorragende Entwicklung“, wie Haake betonte.

Die Siga hatte am Ende des vergangenen Jahres 221 Mitglieder, davon 155 Privatpersonen, neun Kirchengemeinden, 33 Kommunen und 24 Firmen. ssr