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Stadthagen Stadt So „Echt Krumm und Quer“ ist Stadthagen
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt So „Echt Krumm und Quer“ ist Stadthagen
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00:21 13.05.2019
Bunt geht es beim Stadtteilfest an der Echternstraße zu: Jesiden in traditioneller Tracht. Quelle: jemi
Stadthagen

Wer das Stadtteilfest „Echt Krumm und Quer“ gestern hungrig verlassen hat, war selbst schuld: Syrische (Fleisch)-Spezialitäten, Baklava, Weinblätter, vegetarische Salate und Fingerfood – die Vielfalt an kostenlosem Essen war beim ersten Stadtteilfest dieser Art beeindruckend. Die Vielfalt war aber auch auf der Straße spürbar. Viele unterschiedliche Menschen – und zwar im Dialog miteinander.

„Das war auch die Idee dieses Stadtteilfests“, erklärte Andreas Landmann, Geschäftsführer der Hof Windheim gGmbH. Dazu gehört auch das Inklusionsnetz, das federführend die Organisation und Planung für die Veranstaltung übernommen hatte. Das multikulturelle Flair, die sozialen Angebote und der Austausch zwischen Menschen standen im Mittelpunkt des gestrigen Nachmittags. „Ich sehe hier niemanden, der auf sein Handy guckt“, stellte Landmann nach einem Blick über die Echtern-straße begeistert fest. Das sei doch wahrlich ein gutes Zeichen.

Ina Coletti war gestern eine der sogenannten Dialogmoderatoren. Sie regte Gespräche an. „Ich frage die Leute gerne, wie es ihnen in Stadthagen geht.“ Da finde sie schnell heraus, wo der Schuh drücke. Einige Besucher nutzten auch die Gelegenheit, ein Gespräch mit Bürgermeister Oliver Theiß zu beginnen – oder ihm in einem Fall sogar ein Gedicht vorzutragen. Das Fest sei eine tolle Aktion und aus einer vorbildlichen Eigeninitiative entstanden, findet Theiß. „Diesen Geist braucht Stadthagen.“ Das Stadtteilfest zu verstetigen sei wünschenswert.

Spaß an der Schokokussmaschine

Richtig begeistert vom Fest war Gesine Egbers aus Stadthagen: „Es ist toll, dass hier wirklich jeder teilhaben kann.“ Sonst gebe es Veranstaltungen bestimmter Einrichtungen, aber in der Öffentlichkeit sei das selten. Miteinander zu essen und ungezwungen ins Gespräch zu kommen – das sei einfach schön. Jeder könne sich an die lange Tafel setzen und die Köstlichkeiten probieren. Der Stadthägerin habe beispielsweise eine Speise mit Bulgur sehr gut geschmeckt. Auch die Aktionen, wie die Schokokussmaschine, trugen aus ihrer Sicht zur Heiterkeit während der Veranstaltung bei.

Die Spiele im öffentlichen Raum sind auch aus Sicht von Stadtjugendpfleger Ralf Cordes eine gute Gelegenheit, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Alle Angebote seien absolut niederschwellig und jeder könne sich ohne Hemmungen beteiligen. Viele Besucher des Stadtteilfests und auch die Organisatoren betonten, dass es wichtig sei, ein Fest an der Echternstraße – einer sonst eher benachteiligten Straße – zu veranstalten. Sonst seien Aktionen eher auf dem Marktplatz zu finden.

50 Helfer im Einsatz

Knapp 50 Helfer sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Vom Aufbau der Tische, Aufhängen der Wimpel bis zum Servieren des Essens war von morgens bis abends jede Menge zu tun. Eine große Unterstützung war auch der Einsatz von 17 Schülern der Schule Am Schlosspark.

Auch die Initiatorin Sunita Schwarz vom Inklusionsnetz war nach der langen Vorbereitung froh, dass die Lebensfreude am gestrigen Tag an der Echternstraße spürbar war. Zudem war sie dankbar für die zahlreichen Helfer und Spenden, etwa von der Kreiswohnbau. Die habe ohne Anfrage 250 Euro gespendet. „Wir wollen ein Bild von Gesellschaft zeigen, das die Vielfalt der Menschen widerspiegelt.“ Das miteinander Sprechen und Essen trotz politischer und kultureller Unterschiede sei das Ziel. „Das ist ein Muss für ein friedliches Zusammenleben.“

Von Jennifer Minke-Beil