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Stadthagen Stadt So fahrradfreundlich ist Stadthagen
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt So fahrradfreundlich ist Stadthagen
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12:55 17.04.2019
Die Radfahrer aus Stadthagen sprechen sich unter anderem für eine Radwegführung am Amtspfortenkreisel aus. Quelle: rg/Archiv
Stadthagen

Deutlich Luft nach oben hat Stadthagen noch in Sachen Radfahrklima: Mit einer Gesamtbewertung von 4,1 in Schulnoten belegt Stadthagen nur Rang 228 von 311 im bundesweiten Vergleich. Auch landesweit schafft es die Kreisstadt nur auf Platz 31 von 37.

Unter dem Durchschnitt - aber in der Nähe von Rinteln und Bückeburg

Mit der Bewertung liegt Stadthagen noch unter dem Durchschnitt (3,9) der Städte mit einer Größe zwischen 20 000 und 50 000 Einwohnern. Auch im Vergleich der Schaumburger Städte schneidet die Kreisstadt am schlechtesten ab – wenn auch nur knapp. Rinteln erhielt in der gleichen Größenordnung eine Bewertung von 3,8; Bückeburg eine 3,6.

Die 69 Stadthäger Teilnehmer der Umfrage des ADFC konnten anhand von 32 Fragen in sechs Kategorien die Fahrradfreundlichkeit ihrer Stadt durch die Vergabe von Schulnoten bewerten.

Zum dritten Mal hintereinander überstieg Stadthagen die geforderte Teilnehmerschwelle und konnte sich somit dem Radfahrklima-Ranking stellen. Im Vergleich zu den Jahren 2014 (3,9) und 2016 (4,2) hat sich die Bewertung der Fahrradfreundlichkeit in der Kreisstadt jedoch nur wenig verändert.

Stadt-Erreichbarkeit positiv, Wegezustand negativ

Besonders positiv wurde von den Stadthägern hervorgehoben, dass das Stadtzentrum mit dem Fahrrad sehr gut zu erreichen sei. Auch die Öffnung von Einbahnstraßen für den Radfahrverkehr fand viel Zustimmung.

Als besonders schlecht wurde hingegen das fehlende Leihangebot, die zu geringen Radwegbreiten, die Fahrradmitnahme im öffentlichen Verkehr und die mangelnde Führung an Baustellen bewertet. Auch der generell schlechte Zustand der Radwege in Stadthagen und ein fehlender Winterdienst sind zunehmend negativ aufgefallen.

Die Teilnehmer haben zudem auch konkrete Verbesserungswünsche geäußert. So plädieren die Radfahrer aus Stadthagen für eine Radwegführung am Amtspfortenkreisel sowie eine Anbindung an die Obernstraße sowie Klosterstraße. Der schlechte Radweg an der Bahnhofstraße wurde bemängelt, der Radweg an der Gubener Straße als zu schmal empfunden.

ADFC sieht Aufklärungsbedarf für andere Verkehrsteilnehmer

Ein besonders kritisches Thema, das die Auswertung der Umfrage ergeben hat, ist die Akzeptanz des Radverkehrs in Stadthagen. Die Teilnehmer klagten über zu geringe Überholabstände oder die Missachtung der Vorfahrtsregeln. Felix Wells vom ADFC Schaumburg schließt daraus, „dass auch in Stadthagen noch großer Aufklärungsbedarf insbesondere zu den Themen Radwegbenutzungspflicht sowie in Sachen Akzeptanz und gegenseitige Rücksichtnahme der Verkehrsteilnehmer besteht.“ Das Heft „Radfahren in Stadthagen“ sei ein guter Anfang, erreiche aber lange nicht alle Verkehrsteilnehmer.

Der ADFC Schaumburg fordert daher eine bessere Radverkehrsinfrastruktur, die gerne genutzt wird und die Menschen aufs Rad bringt, anstelle sie auf den Gehweg flüchten zu lassen. „Wenn Stadthagen die Stadt von unnötigen Autofahrten entlasten und mehr Lebensqualität schaffen will, dann muss mehr getan werden, als nur von Radverkehrsförderung zu reden und Radfahrer ohne alternative Radverkehrsinfrastruktur auf die Fahrbahn zu schicken“, so Wells.

Von Isabell Remmers