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Stadthagen Stadt „Sonst würde es uns jetzt nicht mehr geben“
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt „Sonst würde es uns jetzt nicht mehr geben“
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16:50 31.08.2018
Ralf Bake ist geschäftsführender Gesellschafter der Georg Altenburg GmbH & Co. KG, die in Stadthagen ein Hagebaucentrum und einen Baustoffhandel betreibt.
Ralf Bake ist geschäftsführender Gesellschafter der Georg Altenburg GmbH & Co. KG, die in Stadthagen ein Hagebaucentrum und einen Baustoffhandel betreibt. Quelle: hb
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Stadthagen

Er ist seit mehr als 40 Jahren Gesellschafter und seit mehr als 30 Jahren auch Geschäftsführer der in Stadthagen ansässigen Firma Georg Altenburg – und damit zugleich Chef von insgesamt 110 Mitarbeitern.

Tage der Entscheidung in den neunziger Jahren

Insofern sind unternehmerische Weichenstellungen für Ralf Bake an der Tagesordnung. Seine weitreichendste Entscheidung traf der 64-Jährige Mitte der neunziger Jahre.

Worum es ging, welche Dimensionen das Ganze damals nach sich zog und wieso dies einerseits die schwierigste und andererseits die beste Entscheidung seines Berufslebens war, verrät er im Gespräch mit den SN.

Als wir mit der Firma Georg Altenburg 1986 Gesellschafter der Hagebau-Gruppe geworden sind, hatten wir unseren Standort gegenüber vom Stadthäger Bahnhof – unter anderem da, wo sich jetzt der Jawoll-Markt befindet. Da das Geschäft dort recht erfolgreich lief, haben wir Anfang der neunziger Jahre das bestehende Gebäude um ein Gartencenter erweitert und zugleich das gegenüberliegende Grundstück von der Rinteln-Stadthagener Eisenbahn-Gesellschaft gemietet, um dort den Baustoffhandel zu betreiben.

Parkhaus durchkreuzt die eigenen Pläne

Mitte der neunziger Jahre mussten wir diese Fläche jedoch aufgeben, weil die Stadt genau dort ein Parkhaus bauen wollte. Weil wir uns auf unserem eigenen Areal aber nicht mehr erweitern konnten, standen wir vor der Frage, wie wir mit dem Baustoffhandel verfahren. Es gab damals nur zwei Alternativen: entweder Hagebaumarkt und Baustoffhandel räumlich trennen oder an einem ganz anderen Standort in Stadthagen von Grund auf neu bauen, um beide Bereiche richtig zusammenzuführen.

Nachdem wir das Für und Wider hausintern ungefähr ein halbes Jahr lang intensiv diskutiert und uns für die zweite Variante entschieden hatten, stellte sich jedoch heraus, dass es in ganz Stadthagen kein geeignetes Areal der benötigten Größenordnung gab. Mit Unterstützung der Stadtverwaltung durften wir dann schließlich mehrere zusammenhängende Einzelflächen an der Dülwaldstraße kaufen. Dort haben wir vom Baubeginn im Oktober 1996 bis zur Eröffnung im Juli 1997 alles in allem rund 15 Millionen Mark investiert.

Das war eine finanzielle Dimension, die von keinem Schaumburger Kreditinstitut allein zu bewältigen war, weswegen die Finanzierung auch teilweise mit einer deutlich größeren Bank außerhalb des Landkreises auf die Beine gestellt wurde. Und auch räumlich sind wir mit der Vergrößerung von 2400 auf rund 10.000 Quadratmeter Gesamtfläche in ganz andere Dimensionen vorgestoßen.

"Wir haben genau die richtige Entscheidung getroffen"

Bis zur Eröffnung hatte ich viele schlaflose Nächte, in denen ich mich gefragt habe, ob es richtig und vernünftig ist, soviel Geld in die Hand zu nehmen. Als sich nach den ersten Wochen glücklicherweise herausstellte, dass die Menschen den Markt und das deutlich erweiterte Sortiment am neuen Standort annehmen, ist meine innere Anspannung zunehmend der Erleichterung gewichen.

Angesichts der Entwicklung hin zu immer größeren Baumärkten seit Beginn dieses Jahrtausends kann ich heute aus voller Überzeugung sagen, dass wir als Gesellschafter des Hagebaucentrums Altenburg damals genau die richtige Entscheidung getroffen haben. Wären wir am Bahnhof geblieben und nicht an den Stadtrand umgezogen, um den Sprung in bis dahin nicht für möglich gehaltene Dimensionen zu wagen, dann würde es die Firma Altenburg jetzt sehr wahrscheinlich nicht mehr geben.“

Interview: Holger Buhre