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Stadthagen Stadt Spielhalle spaltet die Gemüter
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Spielhalle spaltet die Gemüter
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20:45 08.03.2017
Quelle: pr.
Stadthagen

Wie der Geschäftsführer des hiesigen Diakonischen Werkes den SN sagte, geht es bei Spielhallen für gewöhnlich nicht um Arbeitsplätze – schließlich laufen die Automaten von allein. Wie viele Stellen die Branche in Stadthagen konkret bietet, weiß Verwaltungssprecherin Bettina Burger nicht. Allerdings sagt sie: Auf der Einnahmenseite profitiert die Stadt vor allem von der Vergnügungssteuer.

Die Gewerbesteuer dagegen falle kaum ins Gewicht. In Stadthagen sind derzeit acht Spielhallen in sechs Gebäuden untergebracht. Im Spielhallengebäude in der Niedernstraße unterhalb von „Kochlöffel“ sind sogar drei Spielhallen unter einem Dach angemeldet. Vom Gewerbesteueraufkommen, sagt Burger, machen die acht insgesamt 0,64 Prozent aus.

Vergnügungssteuer pro Automat

Eine neue Halle würde unter anderem wegen steuerlicher Absetzbarkeit der Baukosten voraussichtlich auf Jahre keine Gewerbesteuer zahlen, so Burger. Was die Stadtkasse füllt, ist die Vergnügungssteuer, die pro Automat entrichtet wird. Steuerpflichtig sind Spielgeräte mit und ohne Gewinnmöglichkeit. Allerdings fallen letztere deutlich geringer ins Gewicht. In den Stadthäger Spielhallen stehen 87 Spielgeräte mit und nur fünf ohne Gewinnmöglichkeit. Hinzu kommen die Geräte in Kneipen: In denen gibt es 23 mit und nur eines ohne Gewinnmöglichkeit.

Für das Jahr 2017 rechnet die Stadt mit Steuereinnahmen aus den Spielautomaten in Höhe von 270.000 Euro. Relativ wenig tragen laut Burger die Automaten ohne Gewinnmöglichkeit dazu bei: Monatlich maximal 200 Euro.

„Um die Folgen muss sich die Allgemeinheit kümmern“

Derweil geht die politische Diskussion in Stadthagen weiter. Auf die harsche FDP-Kritik antwortete gestern WIR-Mitglied Jürgen Burdorf: „Es verwundert nicht, dass sich gerade die FDP für eine weitere Spielhalle in Stadthagen einsetzt, denn während sich die anderen Parteien seit vielen Jahren bundesweit aufgrund der Suchtgefahr für eine Begrenzung einsetzen, fordert die FDP weiterhin eine Liberalisierung des Glücksspiels.“ Spielhallen nutzten nur den Betreibern. Um die Folgen der Spielsucht, wie zum Beispiel Verschuldung und zerstörte Familien, müsse sich dann die Allgemeinheit kümmern. jcp