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Stadthagen Stadt Sprachförderung in Stadthagen Kitas kostet 36 000 Euro
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Sprachförderung in Stadthagen Kitas kostet 36 000 Euro
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16:01 06.09.2019
Die Sprachförderung in den Stadthäger Kitas gestaltet sich schwierig.  Quelle: Symbolbild, dpa
Stadthagen

Die Sorgen der Stadt haben sich als begründet herausgestellt. Im März hatte die Verwaltung Zweifel geäußert, ob das vom Land für die vorschulische Sprachförderung gewährte Geld ausreicht. Wie berichtet, ist diese Aufgabe von den Grundschulen auf die Kitas übertragen worden. Nun steht fest, dass die Stadt zusätzliche Mittel in Höhe von 36 000 Euro für die Sprachförderung bereit stellen muss.

Wie Stadtsprecherin Bettina Burger auf Anfrage erklärt, erhält Stadthagen für den Förderzeitraum vom 1. August 2019 bis 31. Juli 2020 39 950 Euro. Dabei steht fest: „Mit diesen Förderbeträgen sind Neuanstellungen nicht möglich.“ Die Sicherstellung einer zunächst ausreichenden Sprachförderung sei nur durch zusätzliche Mittel der Stadt möglich.

Eigene Stunden um den Bedarf zu decken

Es reiche vor allem in den großen Einrichtungen – Herminenstift und Jägerhof – nicht, um den Bedarf zu decken. „Daher geben wir in diesen Einrichtungen eigene Stundenanteile dazu“, erklärt Burger. Aber auch für die kleineren Einrichtungen gestalte sich die Situation schwierig.

Die Verteilung der Fördermittel gestaltet sich nach einem Berechnungsschlüssel: Pro Einrichtung steht ein Sockelbetrag zur Verfügung. Hinzu kommen Anteile für besonders sprachförderbedürftige Gruppen. Dies ergibt für den Jägerhof 10.935 Euro, für Enzen 2880 Euro, die Kita in Obernwöhren erhält 3450 Euro, Wendthagen 1985 Euro und der Herminenstift 20 700 Euro.

Viele Kinder mit Migrationshintergrund

„Daran lässt sich erkennen, dass es gerade für die kleinen Einrichtungen schwer ist, mit den finanziellen Mitteln und den hiermit verbundenen Stundenaufstockungen auszukommen.“

Im Herminenstift ist die Sprachförderkraft nach Angaben von Burger beispielsweise für 35 Stunden angestellt. Dies allerdings schon seit Juli 2018 im Rahmen des Bundesprogramms „Sprachkita“. 14 Stunden werden durch die Förderung gedeckt, die Finanzierung der restlichen 21 Stunden verbleibe bei der Stadt. Nach Angabe von Kita-Leiterin Sarah Scheele-Knoch muss bei 42 Kindern der Stand der Sprachkenntnisse festgestellt werden. „Wir haben viele Kinder mit einem Migrationshintergrund, was es natürlich schwieriger macht.“

„Das Brückenjahr“

Seit 2011 gibt es das durch Bundesmittel geförderte Programm „Das Brückenjahr“. Fachkräfte aus Kindergärten und Grundschulen bereiten die Kinder im letzten Jahr vor der Einschulung gemeinsam auf den Übergang vor und vermitteln die für den Schulstart notwendigen Kompetenzen. Auch die Grundschule am Sonnenbrink nimmt daran teil, wie Rektorin Petra Ammon erklärt. Vier Stunden pro Wochen kommen Kinder und Erzieherinnen aus den fünf Kitas im Einzugsbereich in die Schule – so ist jede Einrichtung durchschnittlich einmal im Monat an der Reihe. In der Schule werden mathematisch-sprachliche Aufgaben gemacht. „Das so t vermittelte Vokabular brauchen die Kinder in der ersten Klasse“, so Ammon. col

Erzieherinnen sollen fortgebildet werden

Im Jägerhof (19,5 Stunden) werden achteinhalb Stunden durch die Förderung abgedeckt. Die restlichen elf Stunden finanziert die Stadt. Wie Einrichtungsleiterin Sabine Gorray erklärt, laufe aktuell die sogenannte Sprachstandsfeststellung der 30 Kinder, die im kommenden Jahr eingeschult werden.

Da Neueinstellungen durch die beschränkten Mittel nicht möglich sind – und die Stadt auch nicht stundenweise auf neue Sprachförderkräfte zurückgreifen möchte – sollen Erzieherinnen in ihren jeweiligen Gruppen diese Aufgabe ausüben. Dazu sollen sie spezielle Fortbildungen absolvieren.

563 000 Euro für alltagsintegrierte Sprachförderung

Im gesamten Landkreis stehen im Rahmen des neuen Kindertagesstätten-Gesetzes finanzielle Mittel in Höhe von 563 000 Euro für die alltagsintegrierte Sprachförderung zur Verfügung.

Bei den Kindern, die im letzten Jahr vor der Einschulung keinen Kindergarten besuchen, führen die Schulen weiterhin im Rahmen der Schulanmeldung das Verfahren durch – und übernehmen auch die Förderung. von Mira Colic

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