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Stadthagen Stadt Staatsanwalt beantragt Bewährungsstrafe
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Staatsanwalt beantragt Bewährungsstrafe
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00:25 21.03.2018
Quelle: Symbolbild/dpa
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Stadthagen

In erster Instanz hatte das Schöffengericht Stadthagen zwei Jahre und sechs Monate Haft wegen versuchten Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung verhängt. Das war im März 2017. In seinem Plädoyer wies Staatsanwalt Kranitz darauf hin, dass sich der staatliche Strafanspruch nach nahezu fünf Jahren deutlich abgesenkt habe. Außerdem seien beim Angeklagten seit jenem Juni 2013 keine neuen Verurteilungen mehr hinzugekommen.

Dazu muss man wissen, dass der 28-Jährige mehrfach vorbestraft ist, allerdings nicht wegen Raubes. „Ich habe mit der Sache nichts zu tun“, erklärte der Stadthäger in seinem Schlusswort. Das Urteil der Berufungskammer soll morgen, Dienstag, verkündet werden.

Gegen den Angeklagten spricht die Aussage des Opfers, eines Bauunternehmers (46) aus Osnabrück. Dieser hatte den Stadthäger nach der Tat bei der Polizei auf einem Bild identifiziert und später im Prozess erklärt: „Das Gesicht vergesse ich nie.“ Verteidiger Jordan hält die Lichtbildvorlage indes für suggestiv, weil darauf beispielsweise das Gesicht des Angeklagten einige Millimeter größer war als die Köpfe aller anderen abgebildeten Personen. „Andere Indizien als die Wahllichtbildvorlage gibt es nicht“, so Jordan.

Vom zweiten Täter fehlt jede Spur

Zwei Männer hatten den Unternehmer damals mitten in der Nacht im Schlosspark überfallen, geschlagen und getreten. Erst stand er einem Unbekannten gegenüber, dann kam aus dem Hintergrund ein zweiter hinzu. Dem Osnabrücker gelang es, sein Portemonnaie, das in einer Hosentasche steckte, gegen die Räuber zu verteidigen. Aus Angst vor Entdeckung ließen die Angreifer schließlich von ihrem Opfer ab und verschwanden in der Dunkelheit.

Vom zweiten Täter fehlt bis heute jede Spur. Der Staatsanwalt glaubt, ihn allerdings zu kennen. „Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit“, so Kranitz, sei der zweite Räuber ein Mann, mit dem der Angeklagte damals befreundet war. Auf einem Handy, das eigentlich der Schwägerin dieses Mannes gehörte, waren in der fraglichen Nacht mehrere Anrufe eingegangen. Die Anruferin soll eine andere Frau gewesen sein, die mit dem Bauunternehmer auf Kneipentour war und diesen in die Falle gelockt haben könnte. Kranitz hält sie für die „Mittelsperson“. Diese Frau sei „dringend verdächtig, die Sache eingefädelt zu haben“, meinte auch Richter Axel Schulte.

Vor der Tat im Schlosspark waren sie und der überfallene Unternehmer in einer Bad Nenndorfer Gaststätte. Von dort ging es nach Stadthagen, wo zwei Männer im Schlosspark bereits zu warten schienen. Während des Überfalls soll die Frau kein Wort gesagt haben. Die Brieftasche des Unternehmers war mit mehr als 1000 Euro prall gefüllt.  ly