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Stadt lässt weitere Kastanien im Schlossgarten in Stadthagen fällen

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20:04 26.10.2021
Die Fachfirma fällt derzeit weitere Kastanien im Schlossgarten.
Die Fachfirma fällt derzeit weitere Kastanien im Schlossgarten. Quelle: rg
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Stadthagen

Ende Mai war bei Baumkontrollen festgestellt worden, dass einige Kastanien bruchgefährdet sind und die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann. Im Juli sind zunächst acht Kastanien gefällt worden. Im Winter 2020 folgten weitere fünf Bäume. Nun rodete eine Fachfirma weitere Exemplare in dem Park.

Die Kastanien waren krank, wie an den schwarzen Flecken zu beobachten war, eine Folge der Welkekrankheit Pseudomonas (wir berichteten). Diese Krankheit zerstört die Leitungsbahnen der Bäume. Infolgedessen kann kein Wasser mehr bis in die Krone transportieren und stirbt ab.

Kein sicherer Stand mehr

Das abgestorbene Holz wird schnell von zersetzenden Pilzen besiedelt, deren Sporen ständig in der Luft vorhanden sind. Einige Kastanien wiesen Risse, großflächige Ablösungen sowie Pilzfruchtkörper in der Rinde auf. Das alles sind Zeichen dafür, dass die Holzzersetzung bereits fortgeschritten und damit die Standsicherheit nicht mehr gegeben war.

Als Ersatz sollen übrigens keine Kastanien mehr gepflanzt werden, da selbst junge Bäume die Krankheit bekommen. Fachleute vermuten, dass Kastanien mittelfristig aus der Region verschwinden werden. Umso wichtiger sei es, auch in privaten Bereichen Kastanienbäume möglichst lange zu erhalten.

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Generell wird sich das Aussehen des historischen Parks in der Zukunft ändern. Ein Landschaftsarchitektur-Büro hat im Auftrag der Stadt ein Konzept erstellt. Den Erhalt als gartenhistorisches Denkmal zu verbinden mit einem Parkgelände für multifunktionale Nutzung – das ist der Kernpunkt des Plans. So soll das historische Wegenetz „als ästhetischer Genuss“ auf jeden Fall unverändert erhalten bleiben.

Dabei sollen die wasserableitend zu gestaltenden Wege tiefer gelegt werden, um die heute bei starkem Regen auftretenden Pfützenbildungen auf den Rasenflächen zu vermeiden. Denkbar sei die Schaffung von grachtenartigen Gräben am Rand des Schlossgartens, wie es zu Zeiten des Barock üblich war. Im Süden sei die Anlage einer Grotte, ebenfalls nach Vorbild des Barock, wünschenswert.

Altes Gärtnerhaus als Informationszentrum

Gleichzeitig enthält der Maßnahmenkatalog etliche Vorschläge zur multifunktionalen Nutzung des Schlossgartens. So könne der Spielplatz ausgeweitet werden. Einige Teilareale würden sich als Flächen für Veranstaltungen eignen. Das frühere Gärtnerhaus (heute ein Wohnhaus) könne als Informationszentrum plus Biergarten umgestaltet werden.

Die Umsetzung der Maßnahmen ist allerdings immer an mögliche Förderungen gebunden. Insofern ist unklar, wann der Schlossgarten final im neuen Glanz erscheint. Von Verena Gehring