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Stadthagen Stadt Der Wasserturm muss weg
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Der Wasserturm muss weg
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19:33 12.03.2017
Stadthagen

Nach Auskunft von Bauamtsleiter Gerd Hegemann ist besonders der obere, überragende Teil des 34 Meter hohen Wasserturms schwer beschädigt: „Die Verstrebungen des Stahlfachwerks sind durchgerostet, aus den Gefachen sind schon Ziegelsteine heruntergefallen.“ Es drohen weitere Teile herabzustürzen. Deswegen sei ein Teil der an dem 1902 errichteten Gebäude entlang führenden Straße, die das Gelände der Biogasanlage erschließt, bereits abgesperrt. Weil die Fahrbahn recht breit ist, so der Bauamtschef, könne der Verkehr aber trotzdem fließen.
Der bisherige Kontakt zum privaten Eigentümer bringt die Stadtverwaltung laut Hegemann zu der „Annahme, dass dieser den Abriss nicht bezahlen kann“. Es werde noch eine letzte Frist gesetzt, einen Zustand herzustellen, der die öffentliche Sicherheit gewährleistet. Verstreiche die Frist, müsse die Stadt im Rahmen einer sogenannten Ersatzvornahme selber tätig werden. „Sehr wahrscheinlich noch in diesem Jahr“ werde das Bauwerk abgerissen, kündigte Hegemann an.

Pfändung desGrundstücks möglich

Eine derartige Ersatzvornahme sei in Stadthagen seit sehr vielen Jahren nicht mehr nötig gewesen, sagt Hegemann. Die Stadt trete dabei formell in Vorleistung. Die Verwaltung werde anschließend versuchen, das Geld von dem Eigentümer erstattet zu bekommen. Sollte das nicht möglich sein, könne theoretisch auch eine Pfändung des Grundstücks infrage kommen.
In einer Situation wie der jetzigen sei die Stadt verpflichtet, die wirtschaftlichste Lösung zu wählen. Insofern komme eine Sanierung des Wasserturms nicht in Frage. Eine solche wäre nämlich „dort oben in luftiger Höhe sehr kompliziert und aufwendig und würde weit mehr als die 50 000 Euro für den Abriss kosten“, erläutert der Bauamtsleiter. Unter Denkmalschutz stehe das historische Bauwerk nicht. Das dafür zuständige Landesamt für Denkmalschutz habe jüngst in einem Schreiben an die Stadtverwaltung bekundet, derzeit keine Veranlassung zu sehen, auf dem Georgschacht-Gelände weitere Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen.

Abbau nur stufenweise

Die auf den ersten Blick recht hohe Summe von bis zu 50 000 Euro für den Abriss erklärt sich laut Hegemann aus der Besonderheit des Gebäudes. Der hohe Turm könne „nur stufenweise“ abgebaut werden. Dazu benötige man „großes Gerät, auch Kräne“, was sehr kostspielig sei.

ssr