Stadthäger Fahrraderklärung: Vergessene Vereinbarung
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00:21 03.06.2019
Bereits lange vor der aktuellen Fridays-for-Future-Bewegung haben Schüler gegen Umweltverschmutzung demonstriert.
Bereits lange vor der aktuellen Fridays-for-Future-Bewegung haben Schüler gegen Umweltverschmutzung demonstriert. Quelle: Archiv
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Stadthagen

Der Stadthäger Eberhard Greuel erinnert sich gern an das Jahr 2007 zurück. Da gab es seiner Ansicht nach den Vorreiter der derzeit aktuellen Fridays-for-Future-Bewegung – und zwar in der Kreisstadt. Damals kamen 1000 Schüler auf den Marktplatz, um gegen die Verschmutzung der Umwelt zu demonstrieren und sich gegen den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid auszusprechen. Ihr Motto lautete: In die Stadt – mit dem Rad. Außer den Fahrradtagen, die von 2007 bis 2011 stattfanden, verabschiedeten Politik, Stadtmarketing und Vertreter der Schulen eine Fahrraderklärung für Stadthagen.

Heute ist Greuel, der damals Lehrer und Leiter der Fahrradwerkstatt an der Schule Am Schlosspark war – und Initiator der Bewegung – etwas desillusioniert. „Ich habe das Gefühl, die Fahrradvereinbarung ist völlig in Vergessenheit geraten.“

Nicht nur der Vorschlag, dass die Innenstadt für Autos freigegeben werden soll, empfindet er als Rückschritt und völlig unzeitgemäß. Auch die damalige Verpflichtung werde darüber hinaus komplett ignoriert. „Ich frage mich schon, ob die ganzen Aktionen in Vergessenheit geraten sind. Es ist seitdem eigentlich nichts mehr passiert, um das Fahrrad zu stärken.“

Auch das Ergebnis des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) zur Fahrradfreundlichkeit Stadthagens ist, wie berichtet, vernichtend ausgefallen. Greuel frage sich nun, was die Politik überhaupt noch unternehme, um die Themen Fahrrad und Fahrradinfrastruktur voranzutreiben.

Aktion aktueller denn je

Der SPD-Vorsitzende Jan-Philipp Beck meint, seine Partei habe das Thema stets auf der Agenda. Die SPD wolle die Fahrradfreundlichkeit erhöhen. Bei den Fahrradwegen habe sich schon einiges getan, da habe man sich an den allgemeinen Trend gehalten, sie auf die Straße zu verlegen, wie etwa am Ostring. Inhaltlich müsse sicher noch über sichere Schulwege, das Radwegenetz und attraktive Abstellplätze gesprochen werden.

Mit Blick auf die Möglichkeit, E-Bikes aufzuladen, habe sich schon einiges getan. Über Themen dieser Art tausche sich regelmäßig – etwa ein Mal im Quartal – die Arbeitsgemeinschaft Radwege aus. Das bestätigt auch Heiko Tadge (CDU). Die Arbeitsgruppe treffe sich regelmäßig, auch der ADFC sei dabei. Eine optimale Umsetzung des Radverkehrs sei definitiv ein ständiges Thema der Politik.

Greuel hofft, dass die Politik mit gutem Beispiel für die Jugend vorausgehe und auch die Idee, Autos in der Innenstadt zuzulassen, nicht weiter verfolge. „Allein diese Diskussion ist schlecht“, so Greuel. Er findet: Die Aktion von vor zehn Jahren ist aktueller denn je. jemi