Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadthagen Stadt Mausoleum in Stadthagen: Renaissance-Verein warnt vor Schließung
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Mausoleum in Stadthagen: Renaissance-Verein warnt vor Schließung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 22.03.2019
Das Stadthäger Mausoleum ist eines der spektakulärsten Renaissance-Baudenkmäler nördlich der Alpen. Quelle: rg
Stadthagen

Harald Weidenmüller hat – im übertragenen Sinn – die Alarmsirenen schrillen lassen. Der Vorsitzende des Vereins Renaissance Stadthagen warnte auf der Jahresversammlung in drastischen Worten: Wenn die von der Stadt geplante komplette Streichung des Zuschusses an den Verein ab 2021 Wirklichkeit wird, drohe „eine (Teil-)Schließung des Mausoleums und der St. Martini-Kirche“. Bürgermeister Oliver Theiß widersprach auf der Versammlung: Man werde einen Kompromiss finden.

43 000 Euro im Jahr für Aufsicht und Führungen

Bislang erhält der Renaissance-Verein von der Stadt im Jahr rund 43 000 Euro. Davon bezahlt der Verein hauptamtliches Personal für die Aufsicht und für Führungen in der Martini-Kirche und im außergewöhnlichen Renaissance-Juwel Mausoleum an insgesamt 24 Stunden in der Woche. Im Zuge der Haushaltskonsolidierung hat der Rat aber beschlossen, diesen Zuschuss ab 2021 auf Null zu drehen.

„Nur mit ehrenamtlichen Kräften könnte das Angebot auf keinen Fall im bisherigen Umfang aufrecht erhalten werden“, sagte Weidenmüller vor den 30 Vereinsmitgliedern. Im Gegenteil, letztlich drohe sogar die Schließung: „Dann wäre Stadthagen um einen wesentlichen Anreiz ärmer.“ Beim Mausoleum handelt es sich unstrittig um eines der spektakulärsten Renaissance-Baudenkmäler nördlich der Alpen.

Renaissance-Baudenkmal als Kaufkraft-Magnet

Auch wirtschaftspolitisch sei der Beschluss kontraproduktiv, denn durch das Ausbleiben von Touristen bei einer Schließung des Mausoleums würde auch Kaufkraft bei Gastronomie und Einzelhandel wegfallen. „Kulturpolitik ist auch Gesellschafts- und Wirtschaftspolitik“, erklärte Weidenmüller, „dieser Kerneinsicht wird bei dem Beschluss nicht ausreichend Rechnung getragen.“ Hier werde „an der falschen Stelle gespart und das ist überhaupt nicht nachvollziehbar“.

Der Verein werde sich bemühen, im zuständigen Ratsausschuss zu dieser Frage gehört zu werden, kündigte Weidenmüller an. Er appellierte an die Politik, den Sparbeschluss noch einmal zu überdenken.

Bürgermeister Theiß: "Nach einer gemeinsamen Lösung suchen"

Bürgermeister Theiß versicherte in seiner Reaktion zunächst leutselig, er wäre „enttäuscht gewesen, wenn Herr Weidenmüller nicht für seinen Verein kämpfen würde“. Dann ging der Verwaltungschef aber sogleich in die Gegenoffensive: Es sei eine „Falschmeldung“, wenn Weidenmüller behaupte, das Mausoleum müsste geschlossen werden. „Diese Absicht ist in keinem Kopf drin, das wollen wir nicht, da kann ich Sie beruhigen“, versicherte Theiß: „Ein solches Szenario aufzubauen ist verkehrt.“

Der vom Rat beschlossene Wegfall des Zuschusses sei zunächst nur der Rahmen für Verhandlungen. „Wir werden uns mit Ihnen zusammensetzen und nach einer gemeinsamen Lösung suchen“, sagte Theiß. Es gelte, eine Einsparung mit angemessenen Öffnungszeiten zu vereinbaren. Man werde in diesem Sinne „ein gemeinsames Konzept erarbeiten“. Der Bürgermeister versicherte: „Es wird uns gelingen einen Kompromiss zu finden.“ Das sei ganz ähnlich auch bei den Kürzungen, die das Stadtmarketing Stadthagen betreffen, praktiziert worden und gelungen. Theiß fügte mit Blick auf Weidenmüller hinzu: „Wenn Sie dann damit nicht zufrieden sind, dann können Sie mit Protest nach vorne gehen.“

Von Stefan Rothe