Stadthagen: Verwaltung will bei Konflikt in Weststadt eingreifen
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Stadthagen Stadt Konflikt in Stadthagens Weststadt: Verwaltung will vermitteln und deeskalieren
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Stadthagen: Verwaltung will bei Konflikt in Weststadt eingreifen

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19:46 07.10.2020
Die Verwaltung will jetzt bei dem Konflikt in der Weststadt deeskalieren.  Quelle: Roger Grabwoski
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Stadthagen

„Die Verwaltung hat das Alarmsignal wahrgenommen und wird schnell reagieren.“ Das versichert Bürgermeister Oliver Theiß in Reaktion auf den jüngst im Sozialausschuss von Bürgern vorgebrachten starken Unmut über Missstände und Konflikte in der Weststadt.

Wichtig sei dabei zunächst einmal festzustellen: „Nach Gesprächen mit der Polizei wissen wir, dass wir dort kein Gewaltproblem haben. Das ist Fakt.“ Vielmehr gehe es im Kern um „Nachbarschaftskonflikte, die sich immer weiter hochgeschaukelt haben“.

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Weitere Eskalationen verhindern

Dass sich 25 Haushalte zu einer Bürgergemeinschaft zusammengeschlossen haben, um auf die Probleme wie etwa Lärmbelästigung aufmerksam zu machen, findet Theiß gut: „In einer Gruppe wird man eher wahrgenommen als als Einzelperson.“ Dass die Bürger den Kontakt zur Stadtverwaltung gesucht haben „und nicht in sozialen Medien hetzen oder andere Wege gehen“, ist nach Auffassung vom Rathauschef zu begrüßen: „Das ist der richtige Ansatz, den wir auch unterstützen.“ Die betroffene Bürgergemeinschaft werde künftig in die vom Begegnungszentrum Hüttenstraße geplanten Beteiligungsprozesse in der Weststadt mit einbezogen.

Nun gelte es, „schnell einzugreifen, um eine weitere Eskalation zu verhindern. Wir sehen uns da in der Pflicht“, betont der Bürgermeister. Als kurzfristige Maßnahme werden demnach die zuständigen Stellen der Verwaltung in Koordination mit der städtischen Integrationsbeauftragten Britta Kunze Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen aufnehmen, die als Auslöser der Konflikte wahrgenommen werden.

Möglichst viele Kontakte herstellen

Dabei solle die Alte Polizei mit einbezogen werden, beitragen werde dabei auch die neu geschaffene Personalstelle für aufsuchende Jugendarbeit. Wie berichtet, ist seit Oktober der Syrer Abdul Raouf Androun in der Jugendarbeit tätig. Auch die Grundschule Am Sonnenbrink solle sich beteiligen. „Dabei wollen wir die Verantwortung der Eltern der Kinder und Jugendlichen für ihren Stadtteil stärken“, erläutert der Verwaltungschef. 

"Wir wollen die Verantwortung der Eltern der Kinder und Jugendlichen für ihren Stadtteil stärken."

Oliver Theiß , Bürgermeister Stadthagen

Mittelfristig werde es darum gehen, so viele persönliche Kontakte zwischen den beteiligten Konfliktgruppen herzustellen wie möglich, schildert Theiß. Das sei am besten geeignet, deeskalierend zu wirken. Dabei helfen sollen sogenannte „Türöffner oder Kümmerer“, die das Netzwerk knüpfen und vermittelnd agieren sollen. Dabei handele es sich um ehrenamtlich Tätige, die in der Weststadt wohnen. Künftig sollen aber auch professionelle Kräfte hinzukommen, teilt der Bürgermeister mit. Dafür stünden 50 000 Euro zu Verfügung.

Begegnungszentrum soll zentrale Rolle spielen

Eine zentrale Rolle spielen soll weiterhin das Begegnungszentrum Hüttenstraße. „Leider sind dessen Aktivitäten Corona-bedingt etwas eingeschränkt gewesen“, so Theiß, „der geplante Beteiligungsprozess ist daher noch nicht so weit, wie er eigentlich sein sollte.“ Es gehe beispielsweise um Aktionen und Veranstaltungen, für die Einwohner Ideen einbringen und diese gestalten sollen sowie um Planungsprozesse. Als Beispiel nennt der Rathauschef die Verbesserung des Spielplatzes an der Gubener Straße.

Das, was bisher stattgefunden habe, sei auf ein positives Feedback gestoßen – etwa ein Garagen-Flohmarkt: „Da ist schon ein bisschen Begegnungskultur entstanden.“ Der Beteiligungsprozess solle jetzt wieder an Fahrt aufnehmen.

Regeln sollten akzeptiert werden

Bei alldem fordere die Stadt von den Beteiligten gegenseitigen Respekt, unterstreicht Theiß. Allen müsse klar sein, dass es im Nachbarschaftsgesetz festgelegte Regeln gebe. „Da geht es eben nicht, dass bis 23 Uhr lautstark Fußball gespielt wird.“ Daran müssten sich alle halten. von Stefan Rothe

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