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18:32 08.09.2009
In Sorge um den Faurecia-Standort: IG Metaller Fred Hartmann (von links), Betriebsrat Thorsten Gröger, SPD-Landeschef Garrelt Duin und Abgeordneter Sebastian Edathy.
In Sorge um den Faurecia-Standort: IG Metaller Fred Hartmann (von links), Betriebsrat Thorsten Gröger, SPD-Landeschef Garrelt Duin und Abgeordneter Sebastian Edathy. Quelle: sk
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Beide Politiker waren am Dienstag auf Bitten des Betriebsrates und der IG Metall in der Kreisstadt, um sich die Lage aus Sicht der Arbeitnehmervertretung anzuhören. Vor dem Hintergrund auslaufender Aufträge gebe es im Blick auf das Produktionswerk „dringenden Bedarf zum gravierenden Gegensteuern“, sagte IG Metall-Sekretär Thorsten Gröger: „Wenn jetzt nichts passiert, wird demnächst vielleicht etwas ganz Schlimmes passieren.“

Betriebsratschef Fred Hartmann skizzierte die Vorstellungen der Arbeitnehmerseite für eine Zukunftsgestaltung des Werkes. Dieses könne im Zusammenspiel mit der ortsansässigen weltweiten Forschungs- und Entwicklungsabteilung „hochqualifizierte Produktionsanläufe und Pilotlinien“ fertigen. Genügend junge, fähige Fachkräfte gebe es dafür. Unabdingbar für die Existenz des Werkes sei aber „als Kern auch eine Massenproduktion“. Es wäre durchaus möglich, so Hartmann, nach Polen und Tschechien ausgelagerte Produktionen nach Stadthagen zurück zu holen. Denn: „Der Unterschied unserer Produktionskosten zu denen im Osten ist kleiner geworden, zudem zählen für uns die kurzen Wege zu den Autofirmen.“

Edathy hob hervor, die Arbeitnehmer von Faurecia hätten in den vergangenen Jahren „im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit weitgehende Zugeständnisse gemacht, um den Standort sichern zu helfen“. Der Abgeordnete weiter: „Wenn man nun alarmiert sein muss, ob dieses Ziel erreicht werden kann, macht mich das sehr besorgt.“ Er hoffe und erwarte, dass sich das Management auf ernsthafte Gespräche über die Vorschläge des Betriebsrates einlasse.

Garrelt Duin, der auch industriepolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion ist, bot an, bei Bedarf seine Kontakte zur VW-Führungsetage zu nutzen. VW ist mit Abstand der wichtigste Abnehmer des hiesigen Werks.

ssr