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Stadthagen Stadt Statt WLAN: Freifunk in Stadthagen nimmt nächste Hürde
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Statt WLAN: Freifunk in Stadthagen nimmt nächste Hürde
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23:11 09.09.2019
Symbolbild Quelle: Archiv
Stadthagen

Den Freifunk ins Spiel gebracht hatte die Ideen-Arena. Der Zusammenschluss unter anderem von Stadthäger Gewerbetreibenden reagierte damit auf immer wieder geäußerte Beschwerden von Bürgern, das aktuelle WLAN auf dem Marktplatz sowie an der Obern- und Niedernstraße funktioniere wahlweise gar nicht oder nur sehr unzureichend.

Allerdings: Der im Vergleich zur aktuellen Lösung günstigere Freifunk stand bereits zur Diskussion, als es vor rund drei Jahren erstmals darum ging, wie Stadthagen mit öffentlichem WLAN – inzwischen ein Standardangebot auch in kleineren Städten – zu versorgen sei. Dazu fragte im Ausschuss der Stadtmarketingvorsitzende Günter Raabe: „Wir haben uns doch mal ganz bewusst gegen Freifunk entschieden, was waren denn damals die Gründe?“

Zweifel am Support

Wirtschaftsförderer Lars Masurek entgegnete, er habe sich 2016 „mit diversen Freifunk-Initiativen beschäftigt“. Ziel der Stadt sei es aber gewesen, das WLAN relativ schnell zur Verfügung zu stellen. „Da war ich skeptisch, ob das klappt“, sagte Masurek. Außerdem sei er unsicher gewesen, „wie professionell der Support ist“.

Zudem habe die Stadt Angst gehabt, als Betreiber eines Rooters bei Straftaten im Netz belangt zu werden. Diese sogenannte „Störerhaftung“ gibt es aber seit 2017 nicht mehr.
Mit den vom Ausschuss bewilligten 1900 Euro will die Ideen-Arena zunächst für zwei Jahre einen Rooter für den Marktplatz anschaffen, wie Mitglied Heinz Aumann im Ausschuss noch einmal erklärte. Zur weiteren Verbreitung des Signals und für störungsfreies Surfen muss das Netz aber verdichtet werden. Hier kommen Hausbesitzer und Geschäftsleute ins Spiel, die Verstärkerboxen für rund 35 Euro aufstellen müssten.

Alle 50 bis 100 Meter ein Gerät

Skepsis gab es vor allem aus Reihen der CDU. So wurde Aumann unter anderem gefragt, ob es nicht möglich sei, zunächst herauszufinden, wer überhaupt bereit wäre mitzumachen. Einen solchen „Nachweis über die Zahl der Mitwirkenden“ schlug auch Sozialdemokrat Jan-Philipp Beck vor. Aumann sagte aber, er wolle zunächst etwas vorweisen können, bevor er jemanden anspricht.
Für die CDU wollte Andreas Ahnefeld wissen, wie viele Verstärkerboxen „für stabiles Netz“ benötigt würden. Aumann antwortete: „Wenn alle 50 bis 100 Meter ein Gerät steht, sollte es funktionieren.“ Rooter in Haushalten würden von den Verstärkerboxen nicht gestört.

Das neue System soll das bisherige WLAN zunächst nicht vollständig ablösen. Sobald es verlässlich läuft, ist es nach Vorstellungen der Ideen-Arena aber dafür gedacht, sich als günstigere Alternative durchzusetzen. Die bisherige Lösung kostet die Stadt 4000 Euro jährlich.

Von Jan-Christoph Prüfer