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Stadthagen Stadt Streit um Kohlenkirche
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Streit um Kohlenkirche
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00:18 25.01.2018
Die Zukunft der sogenannten Kohlenkirche ist ungewiss. Quelle: rg
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Stadthagen

Damit soll eine solide Grundlage für Überlegungen geschaffen werden, was damit weiter geschehen könnte. Kosten der Expertise: 30.000 Euro. Die Ampel-Ratsmehrheit ist klar für die Untersuchung, bei der CDU gibt es starke Skepsis, WIR ist strikt dagegen.

Die Hälfte des Betrages für die geplante Expertise steht nach Angaben von Bauamtsleiter Gerd Hegemann durch 15.000 Euro aus dem EU-Förderprogramm Leader bereits zur Verfügung. Die restlichen 15.000 Euro sind von der Verwaltung in den Entwurf des städtischen Etats für 2018 eingestellt worden. Dem muss der Rat aber noch zustimmen.

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Durch die statische Untersuchung soll laut Hegemann geklärt werden, welche Teile des Gebäudes noch standsicher sind und welche nicht. Und es soll dabei herauskommen, mit welchen Maßnahmen der historische Bau ganz oder in Teilen gesichert werden könnte und welche Kosten dafür jeweils anfallen würden.

Position der Ampel klar

Für die Ampel-Mehrheit ist die Position klar: „Wir unterstützen die Untersuchung auf jeden Fall“, bekundet Gruppensprecher Jan-Philipp Beck auf Anfrage. Nur so lasse sich „eine fundierte Grundlage schaffen, auf der man weiter beraten kann“. Die Ampel wolle die Kohlenkirche „nach Möglichkeit auf jeden Fall erhalten“. Es handele sich um ein Gebäude mit hohem baugeschichtlichen Wert im Gesamtensemble des Georgschachts. Als erster Schritt müsse die Bauunterhaltung im Blick sein, eventuelle spätere Investitionen, um den Bau Nutzungen zuzuführen seien noch Zukunftsmusik.

In einer ersten Diskussion „sehr kritisch gesehen“ hat die CDU die Untersuchung nach den Worten von Fraktionschef Heiko Tadge. Er könne den noch anstehenden Beratungen der Fraktion zum Etat 2018 nicht vorgreifen, aber: „Es könnte durchaus sein, dass wir die Erstellung des Gutachtens ablehnen, weil die Kosten für Sicherung oder Nutzbarmachung der Kohlenkirche auf jeden Fall so hoch sein werden, dass das für den städtischen Haushalt nicht machbar sein wird.“ Dann könne man die Untersuchung auch gleich bleiben lassen, so Tadge.

WIR: Nur notwendige Ausgaben

Das sieht Richard Wilmers namens der WIR-Fraktion genauso. Angesichts des Schuldenbergs der Stadt dürften in den kommenden Jahren „nur wirklich notwendige Ausgaben“ getätigt werden. So wünschenswert der Erhalt der Kohlenkirche wäre, „wir sehen dafür aber den finanziellen Spielraum nicht“. Daher mache auch die Untersuchung keinen Sinn.
Bauamtsleiter Hegemann hatte im vergangenen September bekundet, dass die Sanierung des Gebäudes für mögliche Nutzungen wahrscheinlich „mehrere Millionen Euro“ kosten würde.

Das 1902 in Betrieb genommene Jugendstil-Bauwerk diente bis zur Stilllegung des Georgschachts 1960 zur Hälfte als Verwaltungsgebäude und zur anderen Hälfte als Wasch- und Umkleidetrakt für die Bergleute. Kohlenkirche heißt der Bau, weil er architektonisch wie eine dreischiffige Basilika konstruiert ist. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. ssr

Die Geschichte des Georgschachtes in Bildern gibt es hier.