Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadthagen Stadt Technische Leiterin verlässt Stadthäger Klärwerk
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Technische Leiterin verlässt Stadthäger Klärwerk
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:32 24.09.2019
Nach ersten Plänen soll das Betriebsgebäude der Kläranlage um ein Obergeschoss erweitert werden. Quelle: rg
Stadthagen

Das hat deren Leiter Jörg Schädel im Betriebsausschuss des Abwasserbetriebes kundgetan. „Für den Erweiterungsbau muss die Technische Leitung im Klärwerk aber besetzt sein, um das Projekt eng zu begleiten“, stellte Schädel klar: „Vorher können wir die Erweiterung nicht anpacken.“

Die Ingenieurin Nußbaumer war etwa eineinhalb Jahre als Technische Leiterin im Klärwerk tätig. Wie sie im Ausschuss durchblicken ließ, sind familiäre Gründe dafür verantwortlich, dass sie in ihre Heimat Magdeburg wechselt. „Sie haben einen tollen Job gemacht“, lobte Ausschussvorsitzende Marita Gericke (CDU): „Wir bedauern ihren Weggang sehr, haben aber Verständnis dafür.“

Fachkräfte fehlen

Die Stelle des Betriebsingenieurs wird laut Schädel in den kommenden Tagen ausgeschrieben. Entsprechende Fachkräfte sind auf dem Arbeitsmarkt nicht gerade reich gesät. „Wir haben aber immerhin ein unbefristetes Arbeitsverhältnis im Öffentlichen Dienst mit der nicht gerade kleinsten Ingenieursbesoldung anzubieten“, sagte Schädel: „Da hoffen wir schon, dass wir die Vakanz in absehbarer Zeit beenden können.“

Beim Betriebsgebäude sollen nach Darstellung von Schädel die Sozialräume erweitert werden. Dabei geht es unter anderem um die Schaffung eigener Sanitärräume für weibliche Mitarbeiter. „Solche haben wir bislang zwar nicht gehabt, es könnte aber in Zukunft passieren und dafür wollen wir gewappnet sein“, erläuterte der Betriebsleiter.

Labor muss vergrößert werden

Des Weiteren soll im Sanitärbereich eine Trennung von Räumlichkeiten für verschmutzte und für saubere Kleidung, wie die Richtlinien es eigentlich vorschreiben, hergestellt werden. Damit einhergehen soll eine Rundum-Sanierung des laut Schädel „in die Jahre gekommenen“ Sanitärtrakts. Nicht zuletzt muss das Labor aufgrund angestiegener Anforderungen vergrößert werden.

Nach ersten Plänen des Architekten könnte die Lösung darin liegen, dem Betriebsgebäude ein Obergeschoss zu verpassen. „Jetzt müssen wir noch Details besprechen“, fügte Schädel hinzu. Für das Vorhaben sind nach dessen Angaben 340 000 Euro in den Etat des Abwasserbetriebs eingestellt. Der Betriebsleiter rechnet allerdings aufgrund der gestiegenen Baupreise letztlich mit einem höheren Betrag.

"Mitarbeiter haben Recht auf bessere Bedingungen"

Siegfried Voigt (SPD) mahnte im Ausschuss an, man solle mit dem Projekt „endlich mal anfangen, wir schieben das schon seit mehreren Jahren“. Die Mitarbeiter der Kläranlage hätten schließlich ein Recht auf bessere Bedingungen. Auf Nachfrage erläuterte Schädel, die bisherigen Verzögerungen hätten vor allem an krankheitsbedingten Personalproblemen im Klärwerk gelegen. Nun komme der Weggang Nußbaumers dazwischen. Einigkeit habe aber immer darin bestanden, dass angesichts der Personalprobleme die Kernaufgaben des Klärwerks Vorrang vor der Durchführung des Erweiterungsbaus haben. „Das sehen auch die Mitarbeiter so“, bekräftigte Schädel.

Von Stefan Rothe

Lesen Sie auch: Abwassergebühr soll 2019 steigen