Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadthagen Stadt Tierheim Stadthagen leidet unter Katzenschwemmen - 60 Katzenbabys aufgenommen
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Tierheim Stadthagen leidet unter Katzenschwemmen - 60 Katzenbabys aufgenommen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:41 01.08.2019
Im Tierheim Stadthagen sind aktuell jede Mengen Katzen. Vielen geht es nicht gut.  Quelle: pr.
Stadthagen

Kerstin Kassner und ihr Team sind verzweifelt. Beinahe täglich fangen die Helfer des Stadthäger Tierheims verwilderte Katzen ein. Viele von ihnen sind nur noch ein Häufchen Elend. Erst kürzlich mussten sie 60 Katzenkinder aufnehmen. 

Die Tierheimleiterin und ihre Helfer arbeiten derzeit von 6 bis 21 Uhr durch. „Wir sind voll bis zum Anschlag“, schlägt sie Alarm. Das Problem sei nicht nur die schiere Anzahl der Katzen, sondern viel mehr ihr gesundheitlicher Zustand. Katzenschnupfen sei noch das Geringste. Einige von ihnen sind noch so jung, dass sie noch nicht mal die Augen geöffnet haben.

Kastrationspflicht dringend benötigt

Die Katzen kommen nach Angaben Kassners vermehrt aus der Samtgemeinde Sachsenhagen. Dies sei die einzige Kommune ohne Kastrationspflicht im Zuständigkeitsbereich des Stadthäger Tierheims. Der zuständige Rat will zwar im August darüber beraten, für die Tierschützerin kommt das aber viel zu spät. „Das hätte schon vor Jahren passieren müssen.“

Den letzten Schwung Katzenbabys haben die Helfer aus Wiedenbrügge geholt. „Den Kitten lief der Eiter aus Augen und Nase. Das war furchtbar“, gibt Kassner einen Einblick ins tägliche Geschehen in der Einrichtung. Doch schlimmer noch waren die drei Katzenbabys, an denen noch die Nabelschnur dran war. Sie wurden wie ein Klumpen gefunden. Die Nachgeburt hatte sich um die Hinterläufe der Katzen geschnürt. Die Beine starben ab, weil die Tiere sich befreien wollten – noch blind. Dem Tierarzt blieb nichts anderen übrig, als alle drei einzuschläfern.

Katzen-Elend wird reduziert

Auch Inzucht sei ein großes Thema. „Derzeit sehen alle Katzen aus dem Bereich gleich aus“, ist die Leiterin schockiert. „So viele wilde junge Katzen gibt es selbst in Bayern im hintersten Dorf nicht.“ Sie hofft nun, dass die Samtgemeinde Sachsenhagen nachzieht. Denn alle anderen Kommunen, die Stadthagen, Lindhorst, Nienstädt und Niedernwöhren, habe das Gesetz bereits umgesetzt.

Kassner ist klar, dass dadurch nicht das Katzen-Elend verhindert wird. Aber reduziert – und das sei schon ein großer Schritt. „Ich bitte alle Katzenbesitzer, ihre Tiere zu kastrieren. Sonst ruinieren sie damit die Tierheime – mal ganz vom Tierelend abgesehen.“

Finanzielle Probleme im Tierheim

Die Stadthäger Helfer leiden derzeit nicht nur unter der vielen Arbeit und der mentalen Belastung. Auch finanziell geht es dem Tierheim aufgrund der Katzenschwemme schlecht. Allein fünf Maschinen Kochwäsche sind nach Angaben Kassners derzeit täglich fällig. Das geht ans Geld. Hinzu kommen horrende Tierarztrechnungen bei den jungen, kranken Kitten. Dann noch das spezielle Futter, das teuer zu Buche schlägt.

Ohne Spenden Alltag nicht möglich

Die Kommunen zahlen 8,50 Euro bis 12 Euro pro Tag ans Tierheim. Allerdings nur für die ersten 30 Tage, die ein Tier in der Einrichtung ist. Danach zahlt der Verein. Ohne die Hilfe von Spendern sei der Alltag nicht zu bestreiten. „Es ist toll, was die Leute spenden“, betont Kassner.

Wie dem Tierheim Stadthagen geholfen werden kann, ist unter www.tierheimstadthagen.de nachzulesen. 

von Verena Gehring

Mehr zu Thema:

Ratsgruppe will Katzen-Kastrationspflicht für Sachsenhagen

Sachsenhagen sieht keine Probleme mit nicht sterilisierten Katzen

Tierheim fängt 22 verwilderte Katzen in Wiedenbrügge ein

Acht verwahrloste Katzen aus Wohnung in Helpsen befreit