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Stadthagen Stadt Tote Singdrossel hängt im Stadthäger Klostergarten
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Tote Singdrossel hängt im Stadthäger Klostergarten
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14:20 12.07.2019
Symbolbild: eine Singdrossel wurde tot im Klostergarten Stadthagen gefunden.  Quelle: dpa
Stadthagen

Eine grausige Entdeckung haben Donnerstag drei Mitglieder der Agenda 21 im Klostergarten gemacht. In einem Baum dort hing eine Singdrossel – tot mit einem Bindfaden um den Hals.

Umgehend begann das Spekulieren über den Vorfall. War es ein Dummer-Jungen-Streich? Doch so einfach kommt man nicht über die Mauer des Areals, das der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde gehört. „Da muss man schon gut klettern können“, sagt Presbyter Reinhard Nagel. Auch Dieter Kellermeier schüttelt mit dem Kopf ob dieser Entdeckung. „Ich kann mir das alles nicht erklären“, sagt der Ehrenvorsitzende des Stadthäger Gartenbauvereins, der dort den Kräutergarten betreut.

Kellermeier schließt Absicht aus

Dem Gefieder der Singdrossel nach zu urteilen, hing sie dort möglicherweise seit Mittwoch. Am Donnerstag hatte der Klostergarten zuletzt geöffnet. Kellermeier hatte zu diesem Zeitpunkt dort auch eine Führung durch den Kräutergarten. „Ich habe den Vogel aber nicht bemerkt“, sagt der Stadthäger. Allerdings sei er so dicht am Ast auch schlecht zu erkennen.

Generell laufe während der Öffnungszeiten niemand unbegleitet durch den Garten. Insofern schließt Kellermeier aus, dass jemand den Vogel zu dieser Zeit absichtlich im Baum angebracht hat.

Singdrossel im Flug verhangen

Gestern dann nahm Nagel den Vogel vom Ast ab. Er vermutet, dass sich die Drossel selbst erhängt hat. An den Ästen hingen noch Bänder von einer vergangenen Veranstaltung, die sie übersehen haben. Möglich also, dass die Singdrossel sich im Flug dort verfangen hat und so gestorben ist.

So oder so sei es gut, dass der Kadaver entdeckt worden ist. Denn bei den zweiwöchig stattfindenden Gottesdiensten laufen auch viele Kinder über das Areal, sagt der Presbyter. Der Anblick sei nämlich schon erschreckend gewesen, besonders für Kinder.

Aus Sicht von Klaus Geweke vom Nabu in Stadthagen kann es gut möglich sein, dass sich das Tier im Faden verheddert und sich anschließend selbst stranguliert hat.

Ähnlicher Vorfall bereits im vergangenen Jahr

Erst im vergangenen Jahr gab es einen ähnlichen Vorfall im Bereich vor dem Modehaus Hagemeyer. Dort hatte der Naturschutzbund Nistkästen angebracht. In einem hatte eine Meise ihre Jungen aufgezogen. Mutmaßlich beim Sammeln für den Nestbau hatte das Muttertier Plastikfäden aufgenommen. Als sie diese in dem Häuschen verarbeiten wollte, hat sich offenbar darin verheddert und verendete. Auch die Brut starb, da der Nachwuchs in der Folge nicht mehr versorgt wurde.

In diesem Zusammenhang mahnt Geweke einmal mehr zur Vermeidung von Müll in der Umwelt. „Jeder einzelne muss darauf achten, nichts wegzuwerfen“, sagt der Nabu-Experte. Plastik, Scherben, Kaugummis – alles stelle eine Gefahr für die Tiere dar. „Besonders wenn man auf dem Wall oder anderswo spazieren geht, muss der Müll in die dafür vorgesehenen Vorrichtungen geworfen werden, oder aber mitgenommen werden.“

von Verena Gehring

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