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Stadthagen Stadt Tourismus-Diskussion: Funkstille zwischen Verband und Stadt Stadthagen
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Tourismus-Diskussion: Funkstille zwischen Verband und Stadt Stadthagen
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13:14 17.05.2019
Tourismus in Stadthagen: Was bringt die Mitgliedschaft im Verband Weserbergland? Quelle: rg
Stadthagen

„Wir hatten noch nicht Gelegenheit, Dinge richtigzustellen“, erklärt Petra Wegener, Geschäftsführerin des Weserbergland-Tourismusverbandes, „ich lese alles aus der Zeitung.“

Bei den Überlegungen spielt vor allem der Nutzen für die Kreisstadt angesichts der Erhöhung der Beiträge von bislang 6700 auf 9000 Euro eine Rolle. Ein Kritikpunkt war, dass Städte, die direkt an der Weser liegen, einen größeren Nutzen von der Mitgliedschaft hätten.

Wirtschaftsförderer Masurek: Stadt profitiert nur ein- statt dreifach

Wirtschaftsförderer Lars Masurek hatte unter anderem angemerkt, dass Stadthagen bei den drei Standbeinen des Tourismusverbandes, dem Weser-Wanderweg, dem Weser-Radwanderweg und dem Projekt Historisches Weserbergland, nur vom letztgenannten Punkt profitiere, aber trotzdem denselben Mitgliedsbeitrag zahle wie die Städte, die von allen drei Projekten etwas hätten.

Das sei „sachlich falsch“, betont Wegener. Der Beitrag richte sich nach vielen Faktoren, dazu zählen die Übernachtungs- und Einwohnerzahlen sowie das Portfolio. „Andere Städte zahlen da wesentlich mehr als Stadthagen.“ Andere Orte seien zudem auch aktiver, was die Nutzung der Angebote des Tourismusverbandes angeht, seien es Workshops, Versammlungen oder Projektgruppen.

Verbands-Geschäftsführerin Wegener: "Andere Städte zahlen wesentlich mehr"

Masurek: „In der Regel nimmt die Stadt, sofern es zeitlich möglich ist oder ein besonderes inhaltliches Interesse besteht, an gemeinsamen Terminen von Kooperationspartnern teil, dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um den Weserbergland Tourismus-Verband oder um andere Partner handelt.“ Aus einer Teilnehmerliste, die der Redaktion vorliegt, geht hervor, dass auch bei Treffen zum Projekt Historisches Weserbergland die Kreisstadt in den vergangenen Jahren oftmals durch Abwesenheit glänzte. Zuletzt hatte eine Mitarbeiterin der städtischen Touristinformation Masurek zufolge am 14. März einem Fachworkshop des Verbandes beigewohnt.

Auch wenn die Stadt nicht an der Weser liege, betont Wegener, könne sie dennoch von allen Projekten des Tourismusverbandes profitieren. Jede Stadt könne zum Beispiel eigene Wander- oder Radtouren in das Portfolio des Tourismusverbandes einstellen und dafür werben.

Vermarktungsmöglichkeiten vs. Richtlinien

Nach Kenntnis der Stadt war es bislang noch nicht möglich, verschiedene touristische Angebote der näheren Region über den Verband zu vermarkten, entgegnet Wirtschaftsförderer Masurek. Zum Beispiel stehe dem entgegen, dass die vorhandenen und komplett ausgeschilderten thematischen Radtouren in und um Stadthagen (wie „Parks & Gärten“) zu mindestens 50 Prozent über das Gebiet von Mitgliedskommunen des Verbandes führen müssten. „Da das nicht der Fall ist, war dies zuletzt nicht möglich“, sagt der Wirtschaftsförderer.

Ein Austritt hat für Stadthagen laut Wegener auch finanzielle Konsequenzen. Die Mitglieder würden den Dachverband stärken und umgekehrt. Wenn die Stadt austrete und – wie auch im Gespräch ist – sich für den Schaumburger Land Tourismus entscheide, müsste dieser alle Aufgaben übernehmen, die jetzt der Tourismusverband Weserbergland innehat. Dabei sieht Wegener vor allem die überregionale Vermarktung problematisch. Für die Stadt würde es aus ihrer Sicht „ungleich teurer, wenn sie selbst in der Form werben wollte“.

Von Tina Bonfert