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Stadthagen Stadt Trubel bis nach Mitternacht: Stadthagen feiert Stadtfest mit Zugabe
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Trubel bis nach Mitternacht: Stadthagen feiert Stadtfest mit Zugabe
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17:56 11.08.2019
„I love Rock ‚n‘ Roll“ sangen Joan Jett & The Black Hearts. Siebziger-Jahre-Spezialist Sweety Glitter hatte den Titel selbstverständlich auch im Repertoire. Die Pflastertrubler auf dem Marktplatz von Stadthagen zeigen sich derart textsicher, dass die Menge den Hit auch alleine hätte singen können. Quelle: Roger Grabowski
Stadthagen

Man könnte Zahlen sprechen lassen, um zu belegen, dass der Pflastertrubel ein Erfolg war: Die Zahl der Besucher etwa oder die der Hektoliter Bier, die zwischen 17 Uhr und Mitternacht durch durstige Kehlen rannen. Oder man könnte ausrechnen, ob die Cocktailgläser, die geleert wurden, übereinander gestellt bis zum Mond reichen.

Rückblick:
Pflastertrubel in Stadthagen: Das hatten sich die Veranstalter für 2019 vorgenommen

Auch um 1.45 Uhr ist auf dem Marktplatz noch nicht Ruhe

Man konnte aber auch nachts um 1.45 Uhr nachschauen, was auf dem Markt noch los ist. Und siehe da: An den Tischen saßen mehr Menschen als an einem Stadthäger Samstagnachmittag. Sie genossen den linden Abend, erbettelten sich ein Wegebier von den Schenken, die schon abbauten und fachsimpelten über dies und das und Hannover 96.

Bunt & süß: Cocktails sind die Verkaufsschlager

Die sommerlichen Temperaturen sorgten dafür, dass sich an den Cocktail-Theken Durstige in Dreierreihen drängelten.

Zum Höhepunkt des Abends, zwischen 22 und 23 Uhr, sprinteten die Bedienungen im Paradise und Mercado vom Kühlschrank zum Kunden, um sie zu bedienen. An den Cocktail-Theken gingen Klassiker am besten. Im Paradise waren es Caipirinha und die Variante Erdbeerinha, bei Mercado Sex On The Beach.

Der Pflastertrubel, eingeführte Marke seit Ende der achtziger Jahre, ist den Veranstaltern vom Stadtmarketing in diesem Jahr rundum gelungen. Großen Anteil daran hatte Sweety Glitter & The Sweethearts.

Hier gibt's den Pflastertrubel 2019 in Bildern

Beheimatet im eher unglamourösen Braunschweig haben sie sich dem verschrieben, was Musikexperten Glam-Rock nennen: The Sweet, Slade, T. Rex, dazu ein paar Rock-Klassiker von David Bowie und Jethro Tull.

Garderoben des Glamrocks - und doch ganz eigen im Auftritt

Dass Sweety Glitter und seine vier Bandmitglieder exzellente Musiker sind, die mehr wollen und mehr können als Hits eins zu eins nachzuspielen, klang immer mal wieder durch – hier ein jaulendes Riff, das Albert Hammond nie gespielt hat, dort ein leicht verschlepptes Tempo, das Joan Jett und die Black Hearts so nie in ihren Noten stehen hatten.

Bis ins allerletzte Detail nachgebildet war allerdings die Garderobe, die Glamrocker in den Siebzigern trugen. Dazu zählen himmelhohe Plateauschuhe, Schlaghosen, enge Hemden, und strubbelige Pumuckl-Perücken voller Glitzerkram.

Vor der Zugabe ein paar Zigaretten weggeschmökt

Wer die Geburtsjahre von Mr. Glitter und seinen Sweethearts kennt, kann erahnen, welche Leistung dahinter steckt, zwei Stunden auf wackligen Schuhen herumzuturnen. Als vier von ihnen von der Bühne gingen, um den Fans die Gelegenheit zu geben, Zugaben zu erklatschen, quetschten sie sich in den Spalt zwischen Bühnenrückwand und Ratskeller, bewacht von einem voluminösen Securitymann. Wie verirrte Fledermäuse hockten sie im Dunkeln, auch sowas gehört zu einem Rock-‘n’-Roll-Leben.

Die Pflastertrubel-Charts

Auch in Stadthagen waren bekannte Coverversionen besonders umjubelt. Sie beamen die Zuschauer in ihre Jugend zurück. Hier ein Mix vom Samstag:

Sweety Glitter & The Sweethearts
→ Electric Light Orchestra: „Don‘t Bring Me Down“
→ T. Rex: „Get It On“
→ Sweet: „Block Buster“

Rouven Tyler
→ Rolling Stones: „Brown Sugar
→ Fleetwood Mac: „Go Your Own Way“
→ Ike & Tina Turner: „River Deep Mountain High“

The Roomers
→ Jimi Hendrix: „Purple Haze“
→ Lenny Kravitz: „Are You Gonne Go My Way?“
→ The Arctic Monkeys: „You Look Good On The Dancefloor“  ab

Schnell wurden ein paar Zigaretten weggeschmökt, während der Schlagzeuger auf der Bühne ein Fünf-Minuten-Solo hinknallte. Dann hieß es für die Pausenmacher: Auf Rockstar umschalten, zurück auf die Bühne uuuuund bitte: „Locomotive Breath“!

Schnelle und ruhige Stücke - mit Zeit zum Bier holen

Aber auch andere Bands wie die Roomers oder Rouven Tyler lieferten perfekte Unterhaltung ab. Immer wieder gelang es ihnen, die Massen zum Mitmachen und Mitklatschen zu animieren.

„Man braucht eine gute Mischung aus schnellen und ruhigen Stücken“, sagte Matthias Tempel, Schlagzeuger bei Rouven Tyler, „die Fans sollen die Chance haben, zwischendurch ein Bier zu holen.“ Das taten sie: Bis nachts um zwei. von Arne Boecker

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