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Stadthagen Stadt Überfall im Schlosspark erneut vor Gericht
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Überfall im Schlosspark erneut vor Gericht
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12:30 11.03.2018
Quelle: dpa
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Stadthagen/Bückeburg

Außerdem kommt die Erinnerung immer wieder hoch, denn der heute 46-Jährige muss wegen dieser Sache jetzt schon zum zweiten Mal als Zeuge vor Gericht aussagen.

 Auf der Anklagebank sitzt der mutmaßliche Täter, ein Stadthäger (28). Vor elf Monaten hatte das Amtsgericht gegen den Angeklagten zwei Jahre und sechs Monate Haft verhängt (wir berichteten). Dieses Urteil hat der 28-Jährige angefochten. Er bestreitet die Vorwürfe von Staatsanwalt Ulf Kranitz. „Mein Mandant hat mit der Tat nichts zu tun“, so Verteidiger Ralf Jordan vor dem Landgericht in Bückeburg, wo der Fall zurzeit in einem Berufungsverfahren neu aufgerollt wird.

In die Falle gelockt

Dagegen erklärte das Opfer auch diesmal: „Ich konnte den Mann sehr gut erkennen. Er stand direkt vor meiner Nase.“ Nach dem Überfall hatte der Bauunternehmer den Stadthäger bereits bei einer polizeilichen Vernehmung anhand eines Lichtbildes identifiziert. Außerdem will der Osnabrücker ihn an der „rauen Stimme“ erkannt haben.

 Verurteilt hatten die Stadthäger Richter den Angeklagten wegen gemeinschaftlich versuchten Raubes in Tateinheit mit gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung. Gemeinschaftlich, weil an dem Überfall ein unbekannter zweiter Täter beteiligt gewesen sein soll. Er soll den Bauunternehmer ebenfalls geschlagen und später noch getreten haben, als dieser bereits am Boden lag.

 Unterwegs war der Mann aus Osnabrück in jener Nacht mit einer jungen Frau, die er verdächtigt, ihn in die Falle gelockt zu haben. „Im Auto schrieb sie die ganze Zeit mit ihrem Handy. Im Park kamen dann sofort zwei Männer“, erinnert er sich. Einer der Unbekannten soll sich direkt vor ihn gestellt und sinngemäß gefragt haben, warum er nicht grüße. „Dann kriegte ich einen.“

Zweifel, ob der richtige auf der Anklagebank sitzt

 Durch den Faustschlag ging das Opfer zu Boden. „Beide haben mich getreten.“ Trotzdem gelang es dem Unternehmer, seine Brieftasche festzuhalten, die in einer Hosentasche steckte, prall gefüllt mit mehr als 1000 Euro. Aus Angst vor Entdeckung ließen die Angreifer schließlich von ihrem Opfer ab und verschwanden in der Dunkelheit. Der Osnabrücker erlitt unter anderem Prellungen und eine blutende Kopfwunde. Die Frau, mit der er zuvor eine Gaststätte in Bad Nenndorf besucht hatte, soll während der Tat geschwiegen und auch sonst nichts unternommen haben.

 Angeblich hatte der Unternehmer nach der Urteilsverkündung in erster Instanz noch im Gerichtssaal Zweifel geäußert, ob der richtige Mann auf der Anklagebank sitzt. Das, so Verteidiger Jordan, soll auch damalige Richter gehört haben. „Aber da war es schon zu spät.“ Den Stadthäger Richter will die Berufungskammer nun als Zeugen hören, wenn der Prozess fortgesetzt wird. Insgesamt sind sechs Verhandlungstage anberaumt. ly