Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadthagen Stadt Verfolgungsjagd „mit Fingerspitzengefühl“
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Verfolgungsjagd „mit Fingerspitzengefühl“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:24 22.03.2018
Symbolbild
Symbolbild Quelle: dpa
Anzeige
Stadthagen

Wie Polizeisprecher Axel Bergmann mitteilt, hatte eine Polizeistreife gegen 22.30 Uhr versucht, den Opel an der Breslauer Straße zu kontrollieren. „Der Fahrer hat weder auf Halt-Signale noch auf Blaulicht reagiert und fuhr einfach weiter“, sagt Bergmann. Die Beamten setzten ihm nach, der dichte Schneefall und widrige Straßenverhältnisse verhinderten aber, dass sich die Verfolgung zur riskanten Hochgeschwindigkeitsjagd auswuchs. „Die Flüchtigen und die Polizisten sind maximal 70 Stundenkilometer gefahren“, erklärt der Sprecher. „Auch für einen erfahrenen Kollegen eine skurrile Situation.“

Was der nächtlichen Fahrt an Tempo fehlte, glich der Opel-Fahrer durch Sturheit aus. Über den Ostring, das Villenviertel und die Bergkette ließ er sich bis Nienstädt jagen, nur um darauf wieder zurück in die Stadthäger Innenstadt zu fahren. Weil er seine Verfolger dort immer noch nicht abgeschüttelt hatte, düste der Flüchtige durch die Fußgängerzone und über den Marktplatz.

Fluchtwagen bleibt im Schnee stecken

Einsatzkräfte aus Bad Nenndorf, Bückeburg, Stolzenau und Nienburg wurden hinzugezogen, um den Stadthäger Kollegen von allen Seiten zur Hilfe zu kommen. Die beiden Beamten ergriffen aber ihre Chance, als sich der Fluchtwagen an der Hagenstraße im Schnee festgefahren hatte. „Die beiden Insassen sprangen aus dem Wagen und flüchteten zu Fuß in verschiedene Richtungen. Kurz darauf konnten die Kollegen den Beifahrer ohne größeren Widerstand fassen“, schildert Bergmann. Es handele sich bei dem Mann um einen 27-jährigen polizeibekannten Obernkirchener, bei dem die Beamten eine geringe Menge Marihuana und einen Teleskopschlagstock sicherstellen konnten. An dem Fluchtwagen bemerkten die Polizisten ein falsches Kennzeichen, der Opel sei weder angemeldet noch versichert gewesen.

Keine Schäden

Wie Bergmann betont, seien die Einsatzkräfte wegen der Straßenverhältnisse mit „sehr viel Fingerspitzengefühl“ vorgegangen und verzichteten darauf, den Opel zu überholen und auszubremsen. Verletzte oder Sachschaden habe es nicht gegeben.

Der Obernkirchener ist nach Feststellung der Personalien wieder auf freiem Fuß und muss sich juristisch für den Drogen- und Waffenbesitz verantworten. Eine Aussage zum Fahrer habe er noch nicht gemacht, werde sich aber weiteren Ermittlungen stellen müssen. Der bislang unbekannte Fahrer hatte vor seiner wilden Tour eine Reihe von Ordnungswidrigkeiten begangen und muss ein Verfahren wegen des Fahrens ohne Zulassung erwarten. geb