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Stadthagen Stadt Verzögerung bei Kita-Neubau: CDU fordert Container als Übergangslösung
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Verzögerung bei Kita-Neubau: CDU fordert Container als Übergangslösung
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16:45 14.08.2019
Gunter Feuerbach (von rechts), Marita Gericke, Heiko Tadge und Jens Klugmann erheben in Sachen Kiga-PLätze Forderungen. Quelle: ssr
Stadthagen

Weitgehende Forderungen erhebt die Stadthäger CDU, um den akuten Mangel an Kindergartenplätzen in der Kreisstadt zu bekämpfen. „Höchste Alarmstufe“ herrscht nämlich an dieser Stelle nach den Worten von Fraktionschef Heiko Tadge angesichts von aktuell 150 fehlenden Plätzen.

Da die Fertigstellung der geplanten Kita „Am Holzwinkel noch etwa zwei Jahre auf sich warten lassen wird, ist nach Überzeugung der Union eine Übergangslösung mit Containern zwingend erforderlich. Und zwar in großem Maßstab: „Wir fordern die umgehende Anschaffung von mindestens sechs Kiga-Containern“, sagt Gunter Feuerbach, Vorsitzender des Ratsausschusses für Kindergärten und Schulen. In diesen könnten sechs Gruppen mit insgesamt rund 150 Kindern versorgt werden.

20 bis 24 neue Erzieher gefordert

Dafür soll die Stadt gemäß der CDU-Forderung tief in die Tasche greifen: Als Leihgebühr für sechs Container würden für zwei Jahre insgesamt rund eine Million Euro fällig. „Wir fordern, dass der Rat dieses Geld noch in diesem Jahr als überplanmäßige Ausgabe freigibt“, so Feuerbach. Dass eine Container-Lösung rasch umsetzbar wäre, sehe man in Bad Nenndorf und Bückeburg: „Da hat es nur drei, beziehungsweise vier Monate gedauert“, weiß Tadge. Sollte sich in den kommenden Monaten ein weiterer Mehrbedarf über die genannten 150 Plätze hinaus ergeben, müssten gegebenenfalls sogar noch ein, zwei weitere Container her.

Zusätzliche Kiga-Gruppen verlangen nach mehr Personal. Insofern fordert die CDU laut Feuerbach, „dass noch vor dem Hinstellen der Container 20 bis 24 Erzieher-Stellen ausgeschrieben werden“. Dass sei sofort nötig, weil es bei dem leergefegten Markt an Erziehern nicht klar sei, wielange die Besetzung von Stellen dauern werde. Auch dies kostet richtig Geld – nach Schätzung von Feuerbach rund 1,2 Millionen Euro jährlich, und das auf Dauer.

Initiativen für Großtagespflegen und Waldkindergärten erwünscht

Die genannten Summen seien angesichts der klammen Finanzlage der Stadt sicherlich beträchtlich, „aber es geht nicht anders, weil das die einzige Chance ist, das Problem zu lösen“, zeigt sich Tadge überzeugt. „Unsere Finanzpolitiker sehen das ganz genauso“, setzt der Stadthäger CDU-Chef Jens Klugmann hinzu.

Die CDU sei darüber hinaus offen für jede neue Initiative für Kinder-Großtagespflegen oder Waldkindergärten, die helfen würden, das Problem zu mildern, betont Feuerbach. Mit Blick auf Großtagespflegen sei wichtig, dass die Stadt alle Einrichtungen in gleicher Weise unterstützt.

Bedarf auch bei den Krippen

Feuerbach weist zudem darauf hin, dass es auch im Bereich der Krippen-Plätze, also für die unter Dreijährigen, einen erheblichen Fehlbedarf gibt. Anzustreben sei eine Betreuungsquote von 60 Prozent, da bedeute einen mittelfristigen Bedarf an rund 100 zusätzlichen Krippenplätzen.

Die CDU-Vertreter sparen bei der Vorstellung ihrer Forderungen nicht mit Kritik an der Stadtverwaltung. Spätestens im Jahr 2017 sei aufgrund von Daten der Kreisverwaltung klar gewesen, wie sich der Bedarf an Kiga-Plätzen in Stadthagen entwickeln werde. „Das ist nun genauso eingetreten, niemand kann also überrascht sein“, unterstreicht Tadge. Ebenfalls vor zwei Jahren sei signalisiert worden, die Kita „Am Holzwinkel“ könne bis Ende 2019 fertig sein, erinnert Feuerbach.

Bislang nur Planungsentwurf für Kita

Fakt sei aber, dass in der kommenden Sitzung des Fachausschusses Ende August gerade mal ein erster Planungsentwurf vorgestellt werden soll. „Es ist also eine Verzögerung von einer halben Wahlperiode eingetreten“, moniert Feuerbach. Tadge ergänzt: „Nun befinden wir uns dadurch in der dummen Situation, dass Stadthagen in Sachen Kiga-Plätze kreisweit auf dem letzten Platz liegt.“

Feuerbach wird noch deutlicher: „Wir müssen in dieser Sache endlich über die Langsamkeit der Stadtverwaltung hinwegkommen – und das geht nur durch eine entsprechende Schwerpunktsetzung durch Bürgermeister Oliver Theiß.“ von Stefan Rothe

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