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Stadthagen Stadt Ausgeklügeltes System: Krebshäger Mühle öffnet ihre Türen
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Ausgeklügeltes System: Krebshäger Mühle öffnet ihre Türen
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00:18 13.06.2019
Kein alltäglicher Anblick: Beim Mühlentag bekommen die Besucher der Krebshäger Wassermühle Einblicke, wie dort bereits vor 150 Jahren Mehl produziert wurde. Quelle: Bastian Borchers
Stadthagen

Zum Internationalen Mühlentag haben die Eheleute Horst Hackmann und Christiane Heitmeier die Türen ihrer Krebshäger Wassermühle für Besucher geöffnet. Interessenten boten sich spannende und sehr anschauliche Einblicke in Technik-, Wirtschafts- und Lokalgeschichte seit der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Das erfahren die Gäste bei Führungen durch die Mühle

Kernstück der Mühle im Ortsteil von Stadthagen ist der Antrieb im Kellergeschoss, wie Horst Hackmann bei den Führungen erläuterte. Ausgehend vom Wasserrad und der großen Getriebekonstruktion mit ihren Metall- und zum Teil auch Holz-Zahnrädern wurden rund 40 Maschinen im Erd- und den beiden Obergeschossen angetrieben.

Mühlentag in Krebshagen: Das sind unsere Bilder

Ein ausgeklügeltes System von Transmissionsriemen hielt die Maschinen in Bewegung, sodass die um das 1867 errichtete Mühle rund zwei Tonnen Mehl am Tag produzieren konnte. Wobei der Wasserantrieb nur in den ersten Jahren als Hauptenergiequelle der Anlage diente.

Bald führte der Krumme Bach für diese Antriebsform keine durchgängig ausreichende Wassermenge mehr, sodass eine Dampfmaschine und ab 1927 ein Gleichstrommotor den Hauptschub für die Mühle lieferten.

So lange war die 1867 erbaute Mühle in Betrieb

Hackmann führte die Besuchergruppen durch das historische Gebäude, erläuterte die Funktion der verschiedenen Elemente und erklärte Zusammenhänge wie die Einbindung in die damalige landwirtschaftliche Produktion und die Weiterverarbeitung des gewonnenen Mehls durch die Bäcker.

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Kinder hatten ihre Freude an der Entdeckungstour in den verschiedenen Stockwerken, mancher Kenner der Materie tauschte sich mit Hackmann über technische Details aus.

Weil ein Großteil der Maschinen und die Hauptelemente noch vorhanden seien, sei es nach intensiven Reparaturen wohl grundsätzlich möglich, die Mühle wieder laufen zu lassen, so Hackmann. Bis 1964 verarbeitete diese Getreide zu Mehl, bis 1974 wurde sie noch zum Schroten genutzt.

Gebäude ist seit Generationen im Familienbesitz

Einst von Christian Möller erbaut, dessen Tochter den Bergmann Heitmeier heiratete, befindet sich die Mühle seit Generationen in Familienbesitz.

Hackmann und Christiane Heitmeier werden bei der Erhaltung der Mühle von einem Verein unterstützt. Weitere Mitstreiter, die sich in diesem Feld engagieren, sind willkommen, betonte Hackmann. von Bastian Borchers