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Stadthagen Stadt Wenn Stopper stoppen
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Wenn Stopper stoppen
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15:35 30.05.2018
Verbreitet für Verärgerung sorgen die Werbe-Aufsteller in der Fußgängerzone.
Verbreitet für Verärgerung sorgen die Werbe-Aufsteller in der Fußgängerzone. Quelle: rg
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Stadthagen

Diese auch Stopper genannten Tafeln blockieren – oft zusammen mit Warenauslagen – auf dem roten Pflaster vielfach den Durchgang. Auf diesen sind wegen des Kopfsteinpflasters in der Mitte der Straßen vor allem Rollstuhlfahrer, Senioren mit Rollator und Eltern mit Kinderwagen angewiesen.

Christina Wagner vom Behindertenbeirat berichtete, mit ihren Scooter stoße sie sehr oft auf die Aufsteller und müsse dann mühsam über das Kopfsteinpflaster hinweg auf die andere Seite wechseln. Eine Bekannte müsse jährlich einen neuen Rollstuhl bekommen, weil sie auf dem Kopfsteinpflaster regelmäßig Achsbrüche erleide. Dagmar Deus (CDU) bestätigt die Klagen. Sie beobachte auf der Echternstraße „des öfteren, dass Rollstuhlfahrer und Frauen mit Kinderwagen nicht durchkommen und ausweichen müssen.“ Es sei unmöglich, dass dieses Problem schon so lange bekannt sei, ohne dass Abhilfe gefunden werde, schimpfte Deus. „Das Ganze ist ein absolutes Ärgernis“, pflichtete Gundi Donjes (WIR) in erregter Tonlage bei.

"Die Problematik ist uns bewusst"

Sie fragte, ob die Einhaltung der entsprechenden Satzung denn auch überprüft werde. Sie regelt das Aufstellen von Stoppern so, dass ein Durchkommen auch für Rollstuhlfahrer möglich ist. „Die Problematik ist uns bewusst“, reagierte Iris Freimann, Leiterin des Fachbereichs Bürgerdienste. Regelmäßig seien Mitarbeiter des Ordnungsdienstes vor Ort, um Geschäftsleute zu ermahnen. „Aber es ist doch so: Erst klappt es immer eine Weile und dann reißt es wieder ein.“

Bei solchen Kontrollen hätten einige Geschäftsleute „freche Antworten parat“, wusste Karl-Heinz Hansing vom Seniorenbeirat zu berichten: „Da heißt es dann: Ach, den hat unsere neue Mitarbeiterin dahingestellt, die kennt die Regelung noch nicht.“ Jörg Ostermeier (CDU) forderte: „Dann müssen die Kontrollen eben noch öfter stattfinden.“ Und vor allem müsse auch hart durchgegriffen und mit Ordnungsgeldern ein Exempel statuiert werden.

„Ausschließlich mit der Keule zu schwingen, ist nicht der richtige Weg“, entgegnete Freimann: „Wir können uns der Förderung des Einzelhandels in der Fußgängerzone nicht ganz verweigern.“ Von der Verwaltung werde einerseits ein Durchgreifen, andererseits aber auch Flexibilität verlangt, schilderte Freimann das Dilemma. „Wir müssen da eine Gratwanderung hinbekommen.“

"Lösung ist schwierig zu finden"

Dem pflichtete Bürgervertreterin Renate Jobst (FDP) bei: „Wir müssen auch Verständnis für den Einzelhandel haben, dem es nicht gut geht und die Sache mit hoher Sensibilität behandeln.“ Freimann fügte hinzu, das Aufstellen von Stoppern müsse möglich bleiben. Aber eben so, dass unter anderem Rollstuhlfahrer nicht beeinträchtigt werden. Das Ganze sei „eine komplexe Problematik, für die eine Lösung, die allen Seiten gerecht wird, schwierig zu finden ist.“

Mit Blick auf die Kopfsteinpflaster-Problematik verlangte Donjes, es müsse „endlich einmal Butter bei die Fische“. Jahrelang schon doktere man an den Schwierigkeiten herum: „Es muss jetzt endlich mal vorangehen.“ Freimann versicherte, die Sache sei im Zuge der Planungen für die Neugestaltung der Fußgängerzone im Blick. Das Ganze „dauert aber seine Zeit“, fügte sie hinzu. Wenn akute Schadstellen gemeldet würden, schaffe der Baubetriebshof aber sofort Abhilfe. ssr