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Stadthagen Stadt Wenn der Impfstoff auf sich warten lässt
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Wenn der Impfstoff auf sich warten lässt
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00:18 24.10.2018
Die Impfung gegen Grippe sollte zwischen September und November erfolgen, um bestmöglichen Schutz zu gewährleisten. Doch bei manchen Ärzten ist der Impfstoff vergriffen.
Die Impfung gegen Grippe sollte zwischen September und November erfolgen, um bestmöglichen Schutz zu gewährleisten. Doch bei manchen Ärzten ist der Impfstoff vergriffen. Quelle: Symbolfoto, dpa
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Stadthagen

„Wir haben landesweite Rückmeldungen, dass Impfstoffe weder bei Apotheken noch im Großhandel zu erhalten sind“, erklärt Christiane Mahnke, Sprecherin des niedersächsischen Hausärzteverbands. Bei allen drei Herstellern der Abwehrstoffe seien die Bestände knapp.

Stadthagen weitestgehend verschont

Doch nicht alle müssen nun also warten. Die Lieferengpässe treten laut Mahnke in ganz Niedersachsen auf, müssen aber nicht jede Region betreffen. Stadthagen scheint beispielsweise eher verschont zu bleiben. Die Problematik hat sich auch hier bemerkbar gemacht, jedoch sind keine nennenwerten Verzögerungen aufgetreten.

Die Stadthäger Apotheke hat zwar den gesamten September keine Impfstoffe vom Großhandel erhalten, wie Mitarbeiterin Ajla Bina mitteilte. Seit Mitte dieses Monats ist nun aber zumindest eine Sorte lieferbar. „Davon haben wir bis jetzt schon 22 Impfstoffe vergeben“, so Bina.

Der Stadthäger Hausarzt Frank Keller ist von den Lieferengpässen nicht betroffen. Er hat vorgesorgt: „Von meiner Seite gab es da keine Probleme. Ich habe den Impfstoff aber auch entsprechend frühzeitig bestellt.“

Genau hier könnte laut des niedersächsischen Hausärzteverbands die Problematik liegen. „Es gibt Praxen, die rechtzeitig bestellt haben, das heißt etwa im Frühjahr. Die haben jetzt die Kühlschränke voll. Die Ärzte und Apotheken, die erst später die Impfstoffe geordert habe, sitzen nun hingegen auf dem Trockenen“, erklärt Mahnke die Komplikationen.

Gutes Wetter könnte Zeit verschaffen

Der niedersächsische Hausärzteverband vermutet dahinter auch ein Konzept der Hersteller: „Unsere Interpretation ist es, dass die Hersteller diese künstliche Knappheit generieren, um ihre Gewinne zu maximieren. Die Ärzte sollen möglichst früh die Impfstoffe bestellen, damit die Hersteller Lagerkosten sparen.“ Die hohe Anzahl an Grippetoten aus dem letzten Jahr würde eher dafür sprechen, dass das Angebot an Impfstoffen steige.

Insgesamt hofft Mahnke aber darauf, dass die Hersteller nun auf die Problematik aufmerksam geworden sind und die Engpässe so in kurzer Zeit behoben werden können.
Ein Vorteil sei auf jeden Fall das gute Wetter, so die Sprecherin, da es „die Grippesaison ein wenig nach hinten verschiebt. Ich habe die Hoffnung, dass bis November alle Impfstoffe vorhanden sind.“

Diese Menschen sollten sich impfen lassen

Vor allem chronisch Kranken und über 60-Jährigen wird empfohlen, sich gegen die sogenannte Influenza impfen zu lassen. Die Impfung sollte möglichst zwischen September und November erfolgen, um einen bestmöglichen Schutz zu gewährleisten. Auch die niedersächsische Gesundheitsministerin Carola Reimann hatte vergangene Woche noch einmal dazu aufgefordert, sich impfen zu lassen.

von Isabell Remmers