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Stadthagen Stadt Wohnbau-Projekt der neuen Art
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Wohnbau-Projekt der neuen Art
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17:07 15.02.2019
Auf dem grünen Areal oberhalb des weißen Hauses an der Lauenhäger Straße am unteren Bildrand (links die Krumme Straße) und an dessen Stelle soll das Wohnprojekt entstehen – das Haus wird dafür abgerissen, ein Großteil der Grünanlagen bleibt bestehen. Quelle: wil
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Stadthagen

Die aktuell aus zwölf Mitgliedern bestehende "Zeitlos - Wohnen und Leben im Quartier GbR" will rund vier Millionen Euro in das Projekt investieren. Die Nutzfläche des Gebäudes soll 3000 Quadratmeter umfassen. Die Initiative beabsichtigt einen Baustart im Frühjahr 2020.

Die geplanten Wohnungen richten sich an Singles, Paare und Ehepaare ab einem Lebensalter von 50 Jahren. Das Wohnkonzept besteht aus dem gemeinschaftlichen Wohnen von Mietern, die möglichst lange selbstbestimmt in ihren Wohnungen leben können. Das Konzept umfasst auch Gemeinschaftsräume und -zonen, beispielsweise im rückwärtigen Bereich in Art eines Innenhofes.

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Mit netten Menschen leben

In einer Mitteilung der Initiative heißt es: „Die Ausgangslage ist für viele in unserer Gruppe ähnlich: Die Kinder sind ausgezogen, man lebt allein oder zu zweit in zum Teil viel zu großen – und mit Blick auf das Alter – wenig geeigneten Häusern oder Wohnungen; oder man will schlicht und einfach in netter Gesellschaft den Silverages entgegengehen. In den ,besten Jahren‘ hier etwas Neues wagen und Tür an Tür in Wohneinheiten von 50 bis 100 Quadratmeter mit netten Menschen leben, das ist das Ziel des Projektes.“

Das Vorhaben war Thema im Planungs- und Bauausschuss, weil dafür die Erstellung eines Bebauungsplans notwendig ist. Stadtplaner Gerrit Schwalbach lobte, die vorliegenden architektonischen Planungen ließen „auf einen qualitätsvollen Wohnbau“ schließen. Für die Gestaltung der Fassade würden abwechselnd Putz und Klinker verwendet. Das werde einen angenehm aufgelockerten Eindruck schaffen und lasse das Gebäude wie einzelne Wohnblöcke mit geneigten Dächern wirken. Das Projekt könne „ein sehr guter Impuls für die Stadtentwicklung sein“, so Schwalbach: „Das kann einen wichtigen Beitrag zur Belebung der Innenstadt darstellen und zusätzliche Kaufkraft bedeuten“.

Begeisterte Zustimmung

Auch bei den Fraktionen stieß das Vorhaben durchweg auf begeisterte Zustimmung. „Wir begrüßen das Projekt, das ist eine sinnvolle bauliche Verdichtung der Innenstadt“, sagte namens der Ampel-Ratsmehrheit Rolf Rösemeier-Tietjen (Grüne): „Diese Wohnform stellt einen für Stadthagen sehr innovativen Ansatz dar.“
Der Standort sei für ein solches Vorhaben perfekt geeignet, setzte Andreas Ahnefeld (CDU) hinzu. Es handele sich „um ein sehr sinnträchtiges Projekt, das wir unbedingt fördern sollten“. Der Ansatz scheine „eine sehr sinnvolle Vorsorge fürs Alter“ zu sein, so Ahnefeld. Die Ecke an der Lauenhäger Straße/Nordwall am nordöstlichen Eingang zur Altstadt werde dadurch städtebaulich stark aufgewertet.

„Da passt alles zusammen, wir können das nur nachdrücklich unterstützen“, betonte Jürgen Burdorf (WIR): „Die Planzeichnungen sind städtebaulich wunderbar.“ Das Projekt werde für die Stadt eine Bereicherung darstellen, ergänzte Burdorf: „Derartige Vorhaben wären auch an anderen Stellen der Stadt wünschenswert.“

Der Bauausschuss beschloss einstimmig, ein Bauleitplanverfahren „Nr. 8 Nordwall/Lauenhäger Straße“ anzukurbeln und die Beteiligung der Öffentlichkeit einzuleiten. „Wir sollten damit und mit der Genehmigung des Bauantrags schnell in die Spur kommen“, setzte Ahnefeld an dieser Stelle hinzu. Von Stefan Rothe