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Stadthagen Stadt Wohnen gewinnt an Bedeutung
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Wohnen gewinnt an Bedeutung
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17:58 22.10.2018
Laut Konzept wird sich die Hauptlage des Einzelhandels in der Obernstraße (Bild), am Markt und in der Marktstraße konzentrieren. 
Laut Konzept wird sich die Hauptlage des Einzelhandels in der Obernstraße (Bild), am Markt und in der Marktstraße konzentrieren.  Quelle: rg
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Stadthagen

„Während der innerstädtische Einzelhandel auf dem Rückzug ist, gewinnen die Funktionen Wohnen und Dienstleistungen einschließlich Gastronomie an Bedeutung hinzu.“ Das ist eine der Kernaussagen des „Strukturkonzepts Altstadt“, das die Stadtverwaltung im Bau- und Planungsausschuss vorgelegt hat.

In dem 40 Seiten umfassenden Papier, das im städtischen Bauamt erarbeitet wurde, werden die aus Sicht der Verwaltung zu erwartenden langfristigen Entwicklungen in der Altstadt aufgezeigt. Zudem liefert das Konzept nach den Worten von Stadtplaner Gerrit Schwalbach „einen Handlungsrahmen, in den sich nachgelagerte Einzelplanungen einfügen“. Das Konzept solle „einen Orientierungsrahmen geben, ohne planerisch zu sehr einengend zu wirken“. Die Ausschussmitglieder empfahlen einstimmig, „das Strukturkonzept Altstadt als Rahmenkonzept für die weitere Einwicklung der historischen Altstadt zu beschließen“.

In Nebenlagen Rückgang zu erwarten

Laut Konzept „ist ein durchgehender Einzelhandelsbesatz zukünftig nur noch im Bereich der Hauptlagen Marktstraße, Marktplatz und Obernstraße zu erwarten“. Ansiedlungsgesuche sollten daher „vorrangig auf diese Lagen gelenkt werden“, um eine Ausdünnung dort zu vermeiden. Schwalbach dazu: „Wenn wir das lückenlos hinkriegen, sind wir eine gesegnete Stadt.“ In den Nebenlagen inklusive Niedern-, Echtern- und Klosterstraße, insbesondere außerhalb der Fußgängerzone, sei dagegen „ein sukzessiver Rükgang der Einzelhandelsintensität zu erwarten, wenngleich er voraussichtlich nicht gänzlich verschwinden wird“.

Das bedeute, dass viele Bereiche der Altstadt weiterhin von einer gemischten Nutzungsstruktur geprägt sein werden. Zur Wallanlage hin dominiere bereits das Wohnen, dieses gelte es weiter zu stärken. Als konkretes Beispiel nannte Schwalbach den Spiel- und den Parkplatz am Wall nordwestlich des Hotels Amtspforte, der als Areal für zusätzliche Wohnbebauung geeignet sei. Und: „Im Zuge der Konzentration des Einzelhandels auf die Hauptlagen stehen Gebäude in den Nebenlagen für andere Nutzungen zur Verfügung. In diesem Zusammenhang gewinnt die Altstadt als Wohnstandort an Bedeutung hinzu.“ Schwalbach kleidete das in die Worte: „Der Einzelhandel wird nicht mehr die Leitnutzung schlechthin sein.“ Vielleicht würden künftig hier und da Geschäfts- in Wohngebäude umfunktioniert.

Kaum Veränderungen der Verkehrsführung

Mit Blick auf die innerstädtische Verkehrsführung heißt es in dem Konzept: „Der Grundriss der historischen Altstadt schließt fundamentale Veränderungen in der Verkehrsführung aus.“ Schwalbach konkretisierte das: Die immer wieder angedachte Option eines Gegenverkehrs in der Krummen Straße würde einen Rückbau von Gebäuden bedeuten, was schwierig sei. Ebenfalls „kritisch zu betrachten“ sei die zwischenzeitlich angedachte Variante, vor Hagemeyer einen Kreisel und einen Walldurchbruch zu installieren.

Großes Potenzial für die Gestaltung eines neuen Stadtraums bietet laut Konzept der Bereich Am Viehmarkt. Die Straße könne von der Wohnbebauung weggerückt, der Busbahnhof verkleinert und modernsiert und der Parkplatz neu ausgerichtet werden.

Im Südosten der Altstadt befinde sich ein „Kultur-Viertel“, das es weiter aufzuwerten gelte – insbesondere durch eine bauliche Verbesserung der Zehntscheune und deren intensivere Nutzung sowie durch eine gemeinsame Identität dieses Viertels. Die Grün- und Erholungszone der Wallanlagen müsse erhalten und ergänzt werden, etwa durch eine Aufwertung des Areals um die Zehntscheune. ssr