Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadthagen Stadt Zwischen Jubel und Skepsis
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Zwischen Jubel und Skepsis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:51 23.07.2018
Am 2. August öffnet Action an der Hüttenstraße.
Am 2. August öffnet Action an der Hüttenstraße. Quelle: rg
Anzeige
Stadthagen

Der niederländische Non-Food-Discounter öffnet am 2. August an der Hüttenstraße. Während in Gewerbegebieten an der Peripherie der Innenstadt strenge Auflagen gelten, was das dort angebotene Sortiment betrifft, ist der Bereich am Bahnhof von den Regeln offenbar nicht betroffen. Wie berichtet, dürfen Einzelhändler zum Beispiel am Helweg kein innenstadtnahes Sortiment anbieten. So soll vermieden werden, dass Kaufkraft aus der Fußgängerzone abgezogen wird.

Doch die Auflagen scheinen an dieser Stelle lockerer zu sein. Immerhin ist direkt neben dem neuen Action-Markt auch die Restpostenkette Jawoll ansässig. Die Einzelhändler der Innenstadt blicken mit großem Interesse in Richtung Hüttenstraße. „Ich will mal abwarten, wie sich das in diesem Bereich entwickelt“, sagt Geschäftsmann Jost Böger.

„Sollten sich dort weitere Geschäfte dieser Form ansiedeln, könnte das schon ein Gegenpol zur Innenstadt werden“, befürchtet der Inhaber von „Böger Kreativ“. Generell unterstütze er alle, die in Stadthagen etwas machen. Aber er wünsche sich ab einem gewissen Grad auch einen Schutz der Geschäfte im Herzen der Stadt.

Wenig Auswirkungen erwartet dagegen Jochen Kreft von Intersport Stadthagen. Weil der neue Markt „auf der grünen Wiese“ beheimatet sei, befürchte er kaum finanzielle Einbußen für sich. Dennoch: „Ich hätte mich mehr gefreut, wenn wir in der Innenstadt ein neues Geschäft bekommen hätten, als jetzt über die Ansiedlung eines solche Postenmarktes.“ Diese Kritik wird auch bei Facebook laut (Kasten). Stadthagen habe mit Jawoll, Tedi, Kik und Woolworth ja genug solcher Läden.

Witschaftsförderer rät zu Gelassenheit

Erst einmal abwarten will Anja Adelt. Die Betreiberin des Spielzeuggeschäftes SpielMit möchte „das Ganze beobachten“. Sie kenne das Sortiment des Discounters Action nicht, glaube aber nicht, dass es einem Fachgeschäft wie ihrem den Rang ablaufe.

Diese Meinung vertritt auch Wirtschaftsförderer Lars Masurek: „Die vielen gut sortierten und geführten Fachgeschäfte in der Innenstadt, die wir alle vom eigenen Einkauf kennen, sprechen ihre eigene Sprache.“ Unter, zugegebenermaßen, härter werdenden Rahmenbedingungen überzeugten ganz viele niedergelassene Einzelhändler mit ihrer sehr hohen und spezifischen Fach- und Beratungskompetenz. „Und auf diesem Gebiet haben die Discounter nicht ihre Stärke.“ Der Wirtschaftsförderer meint, es fehle der Kreisstadt keinesfalls an einer „bunten Mischung“.

Masurek rät zu Gelassenheit: „Der Markt regelt Dinge von allein – wahrscheinlich wird es ein Nebeneinander der Angebotsmodelle geben wie bisher.“ Der Kunde entscheide eigenständig, was er wo einkauft. Masurek betont: „Die eigentliche Konkurrenz besteht nicht zwischen Fachhandel und Discounter innerhalb einer Stadt. Die große Konkurrenz erwächst aus dem Internet.“ Von Artikeln, die auf großen Internetplattformen gekauft werden, profitiere der Handel in Stadthagen nämlich gar nicht. col, vin

Geteiltes Echo bei Facebook

Johannes Hucke: „Stadthagen hat: Kik, Tedi, Jawoll, MäcGeiz, Thomas Philips, Woolworth und jetzt noch so ein Ding? Stadthagen hat richtig was zu bieten im Einzelhandel, wenn es um Ramsch und Bullshit geht.“

Stefanie Dehne: „Ich hab den Standort vorgeschlagen, ich hoffe, ich kriege eine Einkaufsflatrate.“

Sandra Decker: „Stadthagen = Outlet City für Billig-Discounter.“

Kim Katherine Scheer: „Sehr schön. Also nicht mehr ständig nach Holland fahren wegen der Bonbons.“

Tim Winkelhake: „Hauptsache billig kaufen und sich hinterher über die Landwirte aufregen. Herzlichen Glückwunsch.“

Sven Wieczorek: „Klingt interessant, aber Hüttenstraße?“

Antoine Steenbergen: „Also als Niederländer sag ich mal: Das braucht kein Mensch.“

Martina Sommer-Sambataro: „Wieder ein Arbeitgeber, der nur Mindestlöhne zahlt.“

Yvonne Hohlfeld: „Na das wird ja auch Zeit.“

Brigitte Scheldt: „Vorsicht, wenn Du da einmal drin warst, bist Du infiziert.“  vin