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Asphalt-Mischwerk Alfelder statt Stadthäger Filter
Schaumburg Stadthagen Themen Asphalt-Mischwerk Alfelder statt Stadthäger Filter
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15:47 02.09.2013
Quelle: Archiv
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Stadthagen

 „Dies sei aus rein wirtschaftlichen Gründen entschieden worden. Die Differenz bei den Anbietern ist einfach zu groß gewesen“, wird Karsten Klein, Geschäftsführer der Firma Ahrens, von der Ratsgruppe zitiert. Nunmehr sollen die Filter von einer Alfelder Firma geliefert werden.
„Diese überraschende Entscheidung können wir nicht akzeptieren“, erklärte nunmehr Richard Wilmers, WIR/FDP – Gruppensprecher im Rat der Stadt Stadthagen, in einer Pressemitteilung. Wilmers erinnert daran, dass die Firma Ahrens immer wieder betont habe, für die heimische Wirtschaft aktiv tätig werden zu wollen.

„In den bisherigen Diskussionen um die Staubemissionen, die durch den Betrieb der Asphalt-Mischanlage entstehen, waren die Berechnungen der Firma Lühr-Filter immer eine solide Grundlage“, versicherte auch Ratsherr Lothar Biege (FDP). „Für uns war immer wichtig, dass bei Neuansiedlungen von Industrieanlagen auch unsere heimischen Betriebe als Lieferanten zum Zuge kommen.“

Die WIR/FDP-Gruppe geht davon aus, dass man bei einem ortsansässigen Filteranlagenbauer erwarten könne, dass er die Stadthäger optimal schützen will und die Technik, wie zuvor versprochen, auf dem aktuellsten Stand halte. „Ich bin restlos enttäuscht und sauer über die aktuelle Entwicklung“, äußerte auch Ratsfrau Gundi Donjes (WIR). „Die Zahl der Neueinstellungen ist sehr überschaubar, die heimischen Betriebe gehen leer aus, wir aber werden mit schädlichen Emissionen beglückt, so haben wir uns das nicht vorgestellt.“ Das Misstrauen der WIR/FDP-Gruppe ist nach eignen Angaben gewachsen: „Welche Katze wird noch aus dem Sack gelassen?“

Angesichts der aktuellen Diskussionen um den Klimaschutz fordert die Ratsgruppe auch bei dem Befeuerungsstoff der Asphalt-Mischanlage eine Umkehr. „Die CO2-Emissionen, die bei der Verbrennung von Braunkohle freigesetzt werden, sind höchst klimaschädlich und nicht zu akzeptieren“, erklärte Wilmers. Was der Landkreis in 16 Jahren in seinen Liegenschaften an CO2-Ausstoß (40 000 Tonnen) durch energetische Maßnahmen einspare, werde durch die geplante Verbrennung von Braunkohlestaub in der Asphalt-Mischanlage in nur zwei Jahren wieder zunichte gemacht. „Das ist verantwortungslos“, pflichteten Donjes und Biege bei. Die WIR/FDP – Ratsgruppe fordert daher die Firma Ahrens auf, den Einsatz von Braunkohlestaub als Befeuerungsmaterial gar nicht erst zu planen, sondern gleich auf Gas umzuschwenken. r