Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Asphalt-Mischwerk Mischwerk soll in jedem Fall kommen
Schaumburg Stadthagen Themen Asphalt-Mischwerk Mischwerk soll in jedem Fall kommen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:16 19.08.2012
Knapp 1200 Besucher nehmen an Informationsveranstaltung teil. Quelle: rg

Stadthagen (kle). Wie aufgeheizt die Stimmung im Saal tatsächlich war, zeigte sich bereits zu Beginn der Veranstaltung. Noch während der Begrüßungsrede fielen zahlreiche Besucher Bürgermeister Bernd Hellmann mit „Buh“- und „Pfui“-Rufen ins Wort und verbreiteten eine eher Ungutes zu befürchtende „Stammtisch“-Atmosphäre. Die folgenden Vorträge und Diskussionen gestalteten sich dennoch erst einmal einigermaßen ruhig.

Eingeteilt wurde der Informationsabend in drei Teile, bei denen die Beweggründe der Stadt sowie die Umweltauswirkungen der Anlage diskutiert werden sollten. Zunächst erhielt allerdings Karsten Klein von der Ahrens Transport GmbH Gelegenheit, die Pläne des Unternehmens in Stadthagen vorzustellen. Die Anlage vor Ort soll demnach unter anderem zur Aufbereitung von Gleisschotter dienen, hinzu kommmen Büroräume der Firma. Darüber hinaus nutzte Klein die Chance, einige Missverständnisse und geflossene „Fehlinformationen“, wie er sagte, geradezurücken: Das meiste Material werde mit der Bahn angeliefert, nicht mit dem Lkw. Irgendwann sei die Rede von angeblich 15 000 Lastwagen im Jahr gewesen, „dabei sind es weniger als die Hälfte“ – etwa 6600, gab er an. Die Züge lieferten das Material zudem tagsüber, nicht, wie von Bürgern befürchtet, in der Nacht.

Entstehen sollen vor Ort 35 neue Arbeitsplätze, die Zahl 60, nach der sich ein Bürger erkundigte, sei von seiner Seite nie genannt worden. Wie sich auf Nachfrage ergab, sollen 20 dieser Plätze bereits für das neue Jahr besetzt werden, um die 15 aber erst „in spätestens zwei Jahren“, wenn alles fertig sei, so Klein. Darüber hinaus versicherte er, dass die Mitarbeiter dauerhaft und nicht nur saisonnal bei der Firma beschäftigt sein werden, wie manche Besucher befürchteten. Zum einen könne an der Siebanlage für den Bahnschutt ganzjährig gearbeitet werden, nur die Mischanlage steht in den Wintermonaten still. Mithilfe von Stundenkonten würden „die schlechten Monate überbrückt“.

Als sichtlich unbefriedigend gestaltete sich für die Besucher die Frage nach den „gefährlichen Materialien“. Ursprünglich habe die Firma Ahrens beantragt, so die Wortmeldung eines Besuchers, auch schädliche Stoffe in der Mischanlage bearbeiten zu dürfen. Dies wurde vom Gewerbeaufsichtsamt aber abgelehnt, sollten nun in den Anlagen gefährliche Stoffe auftauchen, müssten diese an den entsprechenden Stellen entsorgt werden. Auf die Frage, ob die Firma Ahrens für die Zukunft plane, das Verarbeiten schädlicher Stoffe erneut zu beantragen, wollte Klein „keine verbindliche Zusage“ machen.

Ähnlich „ungehalten“ zeigte sich der Großteil der Besucher auf die Angabe Kleins hin, dass die Firma Ahrens in jedem Fall vorhabe, die Anlagen am Georgschacht zu errichten. Mitglieder des Bürgerprotests hatten darauf gehofft, dass, nachdem die Genehmigung bereits erteilt wurde, die Firma vielleicht doch noch darauf verzichten würde, davon Gebrauch zu machen. Dieser Hoffnung erteilte Klein somit eine klare Absage.

Liveticker zum Nachlesen (625,3 kB)