Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Asphalt-Mischwerk „Schlicht schiefgelaufen in der Kommunikation“
Schaumburg Stadthagen Themen Asphalt-Mischwerk „Schlicht schiefgelaufen in der Kommunikation“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:30 30.07.2012
Machen ihre Standpunkte zum Thema „Asphaltmischwerk“ deutlich: Karsten Becker und Alfred Reckmann.
Machen ihre Standpunkte zum Thema „Asphaltmischwerk“ deutlich: Karsten Becker und Alfred Reckmann. Quelle: jpw
Anzeige

Samtgemeinde Nienstädt (jpw). Becker selbst hatte den Tag, so wie er es freimütig sagte, „in einer der schönsten Gemeinden des Landkreises“ verbracht und sich unter anderem viel Zeit genommen, um im ehemaligen Steinbruch das Nabu-Projekt Ansiedlung von Gelbbauchunken, die „Waldfreunde Liekwegen/Sülbeck“ und die Kleintierzuchtanlage zu besuchen. Mit einer öffentlichen Fragestunde am Gemeinschaftshaus der Siedler wollte der Kandidat den Tag ausklingen lassen.
Becker versuchte, von Anfang an, offensiv mit dem brisanten Thema „Asphaltmischwerk“ umzugehen, und seine eigene Zustimmung als Stadthäger Ratsherr zu dem Projekt zu erklären. Er räumte freimütig ein,  „dass das Ding schlicht in der Kommunikation schief gegangen“ sei. Becker plädierte dafür, bei der von der Stadt angekündigten Informationsveranstaltung am 16. August einen weiteren  – unabhängigen – Gutachter auf das Podium zu setzen. „Alle kritischen Fragen sollten dort gestellt werden“, sagte er.
Kurzeitig für Unmut sorgte dagegen Alfred Reckmann, der die von Becker offensiv begonnene Plenumsdiskussion an die Tische verlagern wollte. So bildeten sich nach kürzester Zeit zwei Gruppen, in der einen erläuterte Becker und in der anderen Reckmann ihre in Teilen durchaus konträren Standpunkte.  Becker unterstrich, dass es  sich „nicht um irgendeine Klitsche“ handele, sondern um einen zertifizierten Betrieb. Nicht wahr sei, dass dort „giftiger Gleisschotter verarbeitet“ würde.
Reckmann übte massive Kritik an der Betriebsgenehmigung. Es gehe nicht, so meinte Reckmann unter anderem, dass dem Unternehmen gestattet werde, mit Braunkohlenstaub zu heizen. Nach seiner Ansicht gehe es auch vielen Meinefeldern nicht nur darum, dass Grenzwerte eingehalten würden. „Sie wollen so ein Ding überhaupt nicht in ihrer Nähe haben.“
Unmut entzündete sich auch an der Frage, ob „der Stadthäger Bürgermeister“ die Meinefelder rechtzeitig mit einbezogen habe. Reckmann formulierte als Fazit, dass außer sich mit der verwaltungsmäßig und juristisch korrekten Abwicklung des umstrittenen Planungsverfahrens zu beschäftigen, die Ängste und Nöte  der „umliegenden Bewohnerschaft“ hätten einbezogen werden müssen.
Einig waren sich Reckmann und Becker wiederum darin, dass es bei der städtischen Informationsveranstaltung am 16. August „wohl sehr voll“ werden wird.
Mindestens die Hälfte der Besucher war bei der kurzen Diskussion – nach der sich alle zusammen wieder bei Bier und Bratwurst austauschten  – sitzen geblieben. Die meist älteren Herren zeigten, dass sie das Thema von einer ganz anderen Seite betrachteten: Sie nutzen die Gelegenheit, um Erinnerungen darüber auszutauschen, unter welchen Belastungen ihre Familien am Georgschacht gearbeitet hätten.