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Asphalt-Mischwerk Verwaltung bleibt hart wie Asphalt
Schaumburg Stadthagen Themen Asphalt-Mischwerk Verwaltung bleibt hart wie Asphalt
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18:40 10.07.2012
Bürger wie Barbara und Maren Böhlke bringen ihren Protest seit Kurzem auch auf T-Shirts zum Ausdruck. 
Bürger wie Barbara und Maren Böhlke bringen ihren Protest seit Kurzem auch auf T-Shirts zum Ausdruck.  Quelle: rg
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Stadthagen (jcp). „Die Gesprächs-Atmosphäre war entspannt und fachlich“, sagt der stellvertretende Vereinsvorsitzende, Rechtsanwalt Oliver Theiß. „Aber die klare Antwort auf unser Anliegen lautete: Nein.“ Die Firma Ahrens aus Braunschweig will am Georgschacht ein Asphalt-Mischwerk ansiedeln.

Bei dem Austausch am Dienstag vergangener Woche legten beide Seiten noch einmal ihre Argumente dar. Diese sind, grob zusammengefasst, Arbeitsplätze aufseiten der Stadt, während der aus einer Bürgerinitiative entstandene Verein darauf behaart, dass diese nicht die zu erwartenden Umweltbelastungen ausgleichen.

„Am Anfang war von 60 bis 80 Jobs die Rede“, sagt Vereins-Vize Theiß dazu im Gespräch mit dieser Zeitung. „Das wurde herunterkorrigiert auf 30. Und wir wissen inzwischen, dass die 15 eigene Leute mitbringen.“ Auf den Bauplänen für das Gelände, die dem Verein vorlägen, seien fünf Parkplätze eingezeichnet. Theiß: „So ein Betrieb funktioniert vollautomatisch.“
Hellmanns Angebot für ein erneutes Gespräch, an dem auch Vertreter des staatlichen Gewerbeaufsichtsamtes in Hildesheim als Genehmigungsbehörde und der Firma Ahrens teilnehmen sollten, lehnte der Vorstand von „Bürgerprotest Stadthagen“ ab. Grund: Mit dem Verweis auf eine mögliche Preisgabe von Geschäftsgeheimnissen lässt Ahrens den Verein nicht in die Antragsunterlagen für den Bau des Mischwerkes sehen. „So können wir nicht auf Augenhöhe miteinander reden“, moniert Rechtsanwalt Theiß. „Da steht genau drin, was die vorhaben.“

„Ich bedaure die Haltung der Bürgerinitiative sehr“, sagt dazu Bürgermeister Hellmann. Er hätte sich „mehr Gesprächsbereitschaft“ gewünscht. Mit Bezug auf die Umweltbedenken heißt es in einer am Dienstag veröffentlichte Pressemitteilung der Stadt, das Plangebiet sei „so gegliedert, dass negative Auswirkungen auf schützenswerte Nutzungen in der Nachbarschaft ausgeschlossen“ seien. Mit den festgesetzten Regelungen sei sichergestellt, „dass die Orientierungswerte in den angrenzenden und bebauten Außenbereichen eingehalten beziehungsweise unterschritten werden“.

„Bürgerprotest Stadthagen“ reicht das nicht. Eine Klage gegen die Genehmigung aus Hildesheim läuft, eine weitere gegen die Bauleitplanung der Stadt Stadthagen befindet sich Oliver Theiß zufolge in Vorbereitung. Bei einer Informationsveranstaltung des Vereins am Dienstag, 17. Juli, soll der Umweltexperte Klaus Koch vom „Umweltnetzwerk Hamburg“ über Auswirkungen und Gefahren der geplanten Asphaltmischanlage sprechen.