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Der Gartenexperte Mit richtigem Schnitt zu besserer Ernte
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13:49 22.10.2018
Für einen besseren Ernteertrag empfiehlt Dieter Kellermeier einen jährlichen Schnitt von Obstbäumen.
Für einen besseren Ernteertrag empfiehlt Dieter Kellermeier einen jährlichen Schnitt von Obstbäumen. Quelle: rg
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Der jährliche Schnitt der Obstbäume bringt folgende Vorteile:

  • Frühes Einsetzen der Ernten durch eindeutige Funktionszuweisung der Fruchtäste
  • Aufbau einer Krone, die Belastungen durch große Ernten aushält
  • Gute Belichtung der Krone – und damit eine leistungsfähige Blattmasse
  • Sonnenlicht gelangt an die Früchte, wodurch deren Geschmack und biologischer Wert verbessert wird.
  • Günstige Arbeitsmöglichkeiten bei der Ernte und beim Schnitt 
  • Verzögerung des Alterns und des frühzeitigen Leistungsabfalls der Bäume
  • Reduzierung von Schädlingen und Pilzbefall.

Der Winterschnitt ist die übliche Schnittart. Hierbei ist man bestrebt, dass sich die Trieb- und Fruchtknospenentwicklung ungefähr die Waage halten. Die Fruchtknospen bringen die Früchte für das kommende Jahr, während die Triebe erst in darauffolgenden Jahren Fruchtknospen ansetzen.

Der Neigungswinkel der Triebe bestimmt deren Wachstum: Steilere Triebe haben das stärkere Wachstum. Je flacher die Triebe, desto schwächer ist der Austrieb. Durch den Saftstau entstehen Blütenknospen. Mit Ausnahme der Frosttage sind die Monate von November bis März gute Zeitpunkte für den Schnitt von Apfel- und Birnenbäumen.

Äpfel aus dem Garten

Der Sommerschnitt wird insbesondere an Jung-, Busch- und Spalierbäumen im Juli oder August durchgeführt. Er beschränkt sich auf Triebe, die man im Winter ohnehin entfernen würde. Durch die bessere Belichtung der Früchte werden diese aromatischer und bekommen eine bessere Ausfärbung.

Die Wundverheilung verläuft beim Sommerschnitt schneller als beim Winterschnitt, da sie sofort nach dem Schnitt einsetzt. Wenn im Juni (bis Anfang Juli) die sogenannten Wassertriebe herausgerissen werden, heilen diese Stellen sofort. Hier wird in Zukunft kein Wassertrieb mehr entstehen. Kirschen, Pflaumen und Zwetschgen werden grundsätzlich nach der Ernte geschnitten.

Der Schnitt in Abhängigkeit vom jeweiligen Alter

Im Jugendstadium erfolgt der Pflanz- und Aufbauschnitt zur Kronenerziehung. Als Leitäste nimmt man drei möglichst flachwinklige Triebe und schneidet sie um ein Drittel oder bis zur Hälfte auf Außenaugen gleich lang zurück. Der Mitteltrieb wird ungefähr 15 bis 20 Zentimeter höher angeschnitten.

Im Ertragsstadium wird ein Gleichgewicht zwischen Wachsen und Früchten angestrebt. Mit dem Überwachsungsschnitt werden die Überbauung der Krone und eine übermäßige Fruchtholzbildung verhindert.

Im Altersstadium hat ein Baum nur noch wenig Trieb, jedoch viel zu viel überaltertes Fruchtholz, das reduziert werden muss. Tut man dies nicht, wird der Baum nur noch kleine und schlecht ausgereifte Früchte bringen.