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Der Gartenexperte Estragon: Nicht nur für Feinschmecker
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06:00 15.06.2019
Birgit Zinke vom Gartenbauverein Stadthagen freut sich, dass der würzige Estragon im Schaugarten des Vereins so gut gedeiht.
Birgit Zinke vom Gartenbauverein Stadthagen freut sich, dass der würzige Estragon im Schaugarten des Vereins so gut gedeiht. Quelle: Roger Grabowski
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Stadthagen

Das Thema Küchenkräuter ist sehr beliebt. Das habe ich beispielsweise bei verschiedenen Veranstaltungen festgestellt. Daher werde ich auch heute und in der nächsten Ausgabe Küchenkräuter vorstellen. Nach dem Gewürzfenchel habe ich mich diesmal für den Estragon entschieden. Die Pflanze gehört zu den Korbblütlern. Sie ist mehrjährig und ausdauernd.

Die Heimat von Estragon liegt in Süd- und Mittelasien. Die aufrecht wachsenden Stängel werden 60 bis 150 Zentimeter hoch. Sie sind mit spiralig-wechseIständigen, langen und parallelen Blättern besetzt. Der Blütenstand ist eine Rispe aus gelben bis weißlich-grünen kugelförmigen Korbblüten. Die Früchte reifen bei unserem Klima kaum aus. Estragon gedeiht gut mit Liebstöckel.

Anbau

Im Hausgarten ist der mehrjährige Anbau die Regel. Der deutsche und der französische Sortentyp wird durch Stecklinge vermehrt – oder der Wurzelstock kann geteilt werden. Die Aussaat durch Vorkultur erfolgt ab Februar – oder bei Direktsaat im April/Mai.

Der ideale Pflanzabstand beträgt 40 mal 40 Zentimeter. Estragon gedeiht auch in großen Töpfen. Die Erde muss humusreich und feucht sein. Die Düngung kam mit Kompost oder organischem Dünger erfolgen.

Krankheiten und Schädlinge

Bei feuchtkaltem Wetter kann Rost auftreten. Ansonsten ist Estragon sehr robust.

Arten und Sorten

Es gibt zwei Sortentypen: Russischen Estragon sowie Deutschen oder Französischen aromatischen Estragon. Ersterer wächst kräftiger und wird bis zu 1,50 Meter hoch. Er hat einen etwas bitteren und wenig aromatischen Geschmack. Pflanzen der zweiten Sortengruppe sind schwachwüchsiger, aromatischer und lassen sich nur vegetativ vermehren.

Ernte und Konservierung

Für den Frischverbrauch können die Triebspitzen vom Frühjahr bis zum Herbst laufend geerntet werden. Wenn er ein Handbreit über dem Boden geschnitten wird, kann man ihn mindestens dreimal im Jahr ernten: Dann ist eine leichte Düngung erforderlich.

Nach der Ernte kann man Estragon wahlweise frisch verwenden, trocknen oder einfrieren. Getrocknet verliert er jedoch sehr an Würze. Insofern ist es besser, wenn man die Zweige in Essig oder Öl legt. Kleiner Tipp: Estragon-Essig ist eine Feinschmeckerdelikatesse.

Wirkstoffe und Verwendung

Estragon passt zu Salaten, Suppen und Soßen. Zudem verwendet man ihn zum Einlegen von Gurken, Tomaten und Paprika sowie zum Würzen von Fisch, Fleisch und Tunken aller Art. Auch für die Herstellung von Gewürzessig und Senf ist Estragon wichtig. Das getrocknete Kraut kann auch als Tee verwendet werden. Frischer Estragon enthält 0,1 bis 0,4 Prozent ätherische Öle, außerdem in geringen Mengen Kumarin-Verbindungen, Bitter- und Gerbstoffe sowie Wachse. Estragon regt den Appetit an, unterstützt die Magensaftbildung und Verdauung und regt den Stoffwechsel an. Darüber hinaus gilt es als harntreibendes Mittel und findet auch in kosmetischen Mitteln Verwendung

Estragon wächst unter anderem im Schaugarten des Gartenbauvereins Stadthagen und Umgebung (Habichhorster Straße 3). Dort können zudem noch viele weitere Kräuter besichtigt werden. Der Schaugarten ist zu folgenden Zeiten geöffnet: mittwochs von 13 bis 17 Uhr und sonntags von 14 bis 18 Uhr.

Rezept-Tipp

von Birgit Zinke, Gartenbauverein Stadthagen

Pasta mit Estragon-Soße und Fisch

Zutaten (für 4 Personen)

  • 60 g Schalotten
  • 200 ml Schlagsahne
  • 4 EL heller Soßenbinder
  • 200 g Bandnudeln (oder andere Nudeln)
  • 8 Zweige Estragon
  • 3 EL gutes Olivenöl
  • 275 ml Gemüsebrühe
  • Salz und Pfeffer
  • 4 Stücke Lachsfilet 

(oder anderen Fisch) Die Schalotten schälen und fein würfeln. Den Estragon waschen und vier Stiele zum Garnieren beiseitelegen. Von den restlichen Stielen die Blätter abzupfen und fein hacken.

Einen Esslöffel Öl in einem Topf erhitzen. Darin die Schalottenwürfel leicht andünsten, so dass sie keine Farbe annehmen. Mit Sahne und Gemüsefond ablöschen. Die Soße für fünf Minuten einköcheln lassen und dann mit Soßenbinder andicken. Den gehackten Estragon hinzufügen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Nudeln in Salzwasser bissfest garen. Zeitgleich zwei Esslöffel Öl in einer Pfanne erhitzen und den Fisch darin bei mittlerer Hitze von jeder Seite ungefähr vier Minuten braten. Anschließend den Fisch aus der Pfanne nehmen und abtropfen lassen.

Die Nudeln abgießen, mit der Soße vermengen und als kleine Nester auf vier Tellern anrichten. Daneben den Fisch platzieren und mit Estragon garnieren.

Gutes Gelingen – und guten Appetit!