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Hannover 96 Kapitän erster Klasse
Sportbuzzer Hannover 96 Kapitän erster Klasse
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07:29 23.03.2015
Von Christian Purbs
Foto: Auch im Vergleich mit Marco Reus (li.) musste sich Lars Stindl nicht verstecken.
Auch im Vergleich mit Marco Reus (li.) musste sich Lars Stindl nicht verstecken. Quelle: Maike Lobback
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Hannover

Zweimal hatte Lars Stindl gerade gegen Borussia Dortmund getroffen, einmal sogar so schön, dass sein Treffer bei der Wahl zum Tor des Monats gute Chancen auf einen vorderen Platz haben dürfte. Na prima, toll, davon können wir uns auch nichts kaufen. Das alles sagte Stindl nach dem 2:3 gegen den BVB nicht, denn nach Reden war dem 96-Kapitän nicht zumute. Sein Gesichtsausdruck verriet jedoch den großen Frust und die Enttäuschung darüber, wieder einmal mit leeren Händen den Platz verlassen zu müssen.

Zwei Spiele lang, gegen den FC Bayern und Borussia Mönchengladbach, konnte der 26-Jährige nur zuschauen, nachdem er im Spiel gegen den VfB Stuttgart mit Gelb-Rot vom Platz geflogen war. Gegen den BVB durfte der zuvor schmerzlich vermisste Mittelfeldspieler endlich wieder mitmachen. Und er zeigte von Beginn an, wie wichtig er für die Mannschaft ist. Bei fast allen Angriffen hatte er seinen Fuß im Spiel, forderte immer wieder den Ball, und auch vor dem gegnerischen Tor unterstrich er seine Qualitäten. Beim Ausgleich zirkelte er den Ball überlegt ins rechte untere Eck, beim Anschlusstreffer zum 2:3 zielte er etwas höher, sodass der Ball unhaltbar im rechten Torwinkel einschlug.

Es waren die Saisontreffer fünf und sechs für Stindl, der aufgrund einer Verletzung bis zum 11. Spieltag gefehlt hatte. Allzu oft wird der umworbene Offensivspieler jedoch wohl nicht mehr im Trikot der „Roten“ jubeln. Stindl hat bei 96 zwar noch einen Vertrag bis 2016, kann die „Roten“ aber nach der laufenden Saison für eine Ablösesumme von 3 Millionen Euro verlassen. Am Sonnabend dürfte BVB-Trainer Jürgen Klopp gesehen haben, dass da beim Gegner ein guter Ersatz für Ilkay Gündogan, der seinen Vertrag beim BVB noch nicht verlängert hat, spielte. Die größten Chancen auf eine Verpflichtung des 96-Kapitäns scheint jedoch Mönchengladbach zu haben, weil die Borussen Stindl die besten sportlichen Perspektiven bieten.

Eine Vertragsverlängerung bei 96 ist sehr unwahrscheinlich, gut möglich, dass Stindl in der anstehenden Länderspielpause seinen Wechsel öffentlich macht. In den acht Spielen bis zum Saisonende wird der Kapitän der „Roten“ alles geben, um mit 96 den Klassenerhalt zu schaffen. Mit angezogener Handbremse spielen, das kann einer wie Stindl gar nicht.

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