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Hannover 96 „Dantes Weg imponiert mir“
Sportbuzzer Hannover 96 „Dantes Weg imponiert mir“
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00:15 26.08.2013
Von Christian Purbs
Foto: Marcelo bei einer Pressekonferenz am 13.08.2013.
Marcelo bei einer Pressekonferenz am 13.08.2013. Quelle: zur Nieden
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Hannover

Marcelo, Mitte Juli haben Sie mit dem PSV Eindhoven in Hannover gespielt. Hätten Sie sich träumen lassen, dass Sie sechs Wochen später im gleichen Stadion wahrscheinlich Ihr erstes Heimspiel für 96 gegen Schalke 04 machen?
Das ist schon eine große Überraschung für mich, das konnte man damals noch nicht absehen. Der Wechsel zu 96 war eine gute Entscheidung. Ich fühle mich hier sehr wohl und freue mich auf das Spiel gegen Schalke.

Ihr Debüt für 96 am vergangenen Wochenende gegen Borussia Mönchengladbach war kein angenehmes. Haben Sie das 0:3 schon verkraftet?
Der Anfang in einem neuen Team ist immer schwierig. Dafür, dass wir zum ersten Mal zusammengespielt haben, fand ich es gar nicht so schlecht. Natürlich können und müssen wir gegen Schalke besser spielen.

Sie standen nach einer Woche Training gleich in der Startelf. Kam der Einsatz vielleicht ein bisschen zu früh?
Nein. Ich habe vor dem Spiel gegen Gladbach gesagt, dass ich bereit und fit bin. Ich habe wie immer alles für die Mannschaft gegeben.

Nach der 0:3-Niederlage wurde viel über Probleme bei der Kommunikation in der Abwehr diskutiert.
Wer hat das gesagt? Die Journalisten?

Ihr Mitspieler Leon Andreasen. Konkret hat er gesagt: „Wir hatten eine Viererkette, in der keiner ein Wort Deutsch spricht. Es war Marcelos erstes Spiel, und man hat in ein paar Situationen gesehen, dass die Kommunikation ein bisschen fehlt.“
Damit hat er recht. Alle Spieler sollten schnell Deutsch lernen, damit wir in dieser Sprache auf dem Platz reden können. Aber das war nicht der Grund dafür, dass wir verloren haben. Man muss dafür auch gar nicht großartig nach Entschuldigungen suchen. Gladbach hat gut gespielt, wir waren schlecht.

In welcher Sprache gab es denn die Kommandos?
Auf Englisch.

Und wie war das beim PSV Eindhoven, Ihrem letzten Verein?
Es war dieselbe Situation: Alle konnten englisch reden, also haben wir uns auch in Englisch unterhalten. Und es gab keine Probleme. Viele Sachen laufen dann nach einer gewissen Zeit auch automatisch ab. Da reicht dann schon ein Blickkontakt, und der andere weiß genau, was er tun muss. Das wird als Profis von uns verlangt.

Auswärts läuft es bei 96 schon lange nicht gut. Ist so eine schlechte Bilanz vielleicht auch ein Kopfproblem?
Das kann ich nicht beurteilen, ich habe die Spiele nicht gesehen.

Aber Sie haben als 26-jähriger Profi einige Erfahrung.
Ob auswärts oder zu Hause: Es kommt doch immer darauf an, dass man versuchen muss, an sein Leistungslimit zu gehen und 100 Prozent zu erreichen. Das ist das Entscheidende. Das ist zwar keine Garantie für einen Sieg, aber die Voraussetzung.

Dennoch müssten Sie 96 helfen können, immerhin haben Sie mit dem PSV Eindhoven in der vergangenen Saison achtmal auswärts gewonnen und dreimal unentschieden gespielt. Das sind 27 Punkte, mit dieser Auswärtsbilanz wäre 96 Vierter geworden und hätte in der Champions-League-Qualifikation gespielt. Also, worauf kommt es an?
Möglichst wenige Fehler zu machen, denn die werden auf diesem hohem Niveau in der Bundesliga schnell bestraft. Man muss das Spiel lesen können, um dann in den entscheidenden Situationen richtig zu reagieren. Und man muss kompakt stehen und eine gute Ordnung haben. Dann hat man auch auswärts gute Chancen.

Vor Ihrem Wechsel haben Sie sich bei Ihrem Freund Felipe über 96 informiert. Was hat er Ihnen erzählt?
Er hat mir gesagt, dass alles rund um den Klub sehr professionell ist und gut funktioniert. Und er hat mir von einer guten Mannschaft erzählt mit Spielern, die heißes Blut, „hot blood“ haben, wie es in Brasilien heißt. Nach meinen ersten Eindrücken kann ich sagen: Er hat recht gehabt.

Wisla Krakau, PSV Eindhoven und nun Hannover 96: Sie spielen seit vier Jahren in Europa. Haben Sie manchmal Heimweh nach Brasilien?
Nein. Für mich ist es ein großes Abenteuer, hier in Europa mit den besten Fußballern zu spielen. Ich habe schon immer Träume in meinem Leben gehabt. Einer war es, in Europa zu spielen und mich hier zu einem großen Spieler zu entwickeln.

Ist es auch ein Traum von Ihnen, eines Tages in der „Seleçao“ zu spielen?
Ja, warum nicht, vielleicht kriege ich ja eines Tages die Chance. Ich habe noch drei, vier Jahre Zeit, darum zu kämpfen. Dass es nicht unmöglich ist, hat das Beispiel von Dante gezeigt. Sein Weg imponiert mir.

Was vermissen Sie am meisten an Ihrer Heimat?
Ich weiß, was ich will. Und ich weiß auch, dass ich immer auch etwas aufgeben muss, um ein Ziel zu erreichen. Natürlich vermisse ich meine Mutter, meine Schwester und meine Freunde in Brasilien. Dafür erhalte ich jedoch etwas zurück, indem ich für einen großen Klub in einer großen Liga spiele. Man kann nicht immer alles haben. Es ist nie perfekt.

Viele Brasilianer haben schon in der Bundesliga gespielt. Welcher Spieler hat Sie am meisten beeindruckt?
Das ist nicht einfach, es gab schon so viele hervorragende Spieler aus Brasilien in der Bundesliga. Aber einer der Besten war für mich Ailton. Ein super Stürmer mit phantastischem Torinstinkt.

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