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Hannover 96 Der alte Bekannte kommt zum runden Jubiläum
Sportbuzzer Hannover 96 Der alte Bekannte kommt zum runden Jubiläum
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00:15 25.08.2013
Von Norbert Fettback
Foto: Hat allen Grund zur Freude: Mirko Slomka sitzt gegen Schalke zum 200. Mal in der Bundesliga auf dem Trainerstuhl.
Hat allen Grund zur Freude: Mirko Slomka sitzt gegen Schalke zum 200. Mal in der Bundesliga auf dem Trainerstuhl. Quelle: zur Nieden
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Hannover

Mirko Slomka steht ein rundes Jubiläum bevor: Der Chefcoach von Hannover 96 wird morgen sein 200. Bundesligaspiel als Trainer erleben. Ob es auch etwas zu bejubeln geben wird, das wird in dem Fall aber erst gegen 17.20 Uhr feststehen, wenn das Spiel gegen den FC Schalke 04 beendet ist. Denn in diesem Fall zählt nur die eine Null wirklich etwas: die im Ergebnis – garniert mit zumindest einer 1 davor. Oder aber ein Sieg mit dem Schönheitsfehler Gegentreffer. Auch eine Konstellation, mit der Slomka an ein seinem „runden“ Tag glücklich und zufrieden wäre.

Für den 45-Jährigen ist es nicht nur deshalb ein besonderes Spiel, weil ein Jubiläum ansteht. Die „Roten“ gegen „Königsblau“: Das gibt diesem Tag in Slomkas Karriere noch eine außergewöhnliche Note. Es sind die jene beiden Klubs, bei denen er als Trainer auf die Zahl 200 gekommen ist, was in der höchsten deutschen Fußballliga durchaus respektabel ist.

Anderswo sind die Durchlaufzeiten von sportlich Verantwortlichen zum Teil deutlich kürzer. Jens Keller etwa, der aktuelle Schalker Coach und dort die fortlaufende Nummer 9 seit Slomkas Rauswurf im Revier, steht erst seit Anfang des Jahres in der Verantwortung. Seine erste Amtstat: ein 5:4 im Heimspiel gegen Hannover 96. Doch die Luft gerade auf Schalke ist dünn, wenn Erfolge ausbleiben. Man kann sich an den Fingern einer Hand ausrechnen, was Keller droht, wenn S04 morgen in Hannover verliert und seine Mannschaft dann auch noch in der Champions League gegen Saloniki die Segel streicht.

Slomka hat derartige Situationen selbst erlebt, bei mitunter kurios anmutenden Begleitumständen. Im April 2008 stellten ihm die Schalker den Stuhl vor die Tür – der Klub war zuvor nach einer 1:5-Niederlage bei Werder Bremen auf Platz 3 in der Liga zurückgefallen. In Hannover, wo Slomka nach gut eineinhalb Jahren im Ruhestand im Januar 2010 wieder an der Seitenlinie auftauchte, hatte er es allein der Engelsgeduld von 96-Klubchef Martin Kind zu verdanken, dass er nach sieben Niederlagen in Folge nicht gleich wieder seine Sachen packen musste.

Nachhaltiger in Erinnerung sind bei vielen hannoverschen Fans die schönen Seiten im Profifußball, für die Slomka maßgeblich mitverantwortlich war. Etwa die beste Saison der Vereinsgeschichte in der Spielzeit 2010/2011 mit dem 4. Platz am Ende und der erstmaligen Qualifikation für die Europa League.

Dahin soll die Reise auch nach dieser Saison gehen, das hat sich Slomka selbst auf die Fahne geschrieben. Und daran muss er sich messen lassen. Ein Auftritt der von ihm formierten Mannschaft wie jüngst in Mönchengladbach ruft schnell Skeptiker und Kritiker auf den Plan. Und daran mangelt es in Hannover ohnehin nicht – zumal ihnen der 96-Trainer in der Rückrunde der Vorsaison mit taktischen und personellen Entscheidungen so manche Steilvorlage geliefert hat.

Auch das ist ein Grund, warum morgen am besten drei Punkte her sollten. So wie bei Slomkas 100. Spiel als Bundesligatrainer am 21. September 2010: Da hieß es, auch in Hannover, 4:1 gegen Bremen. Das eine Gegentor anstelle der Null zum Jubiläum war leicht zu verschmerzen.

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