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Hannover 96 96 will sich von Brügge nicht stoppen lassen
Sportbuzzer Hannover 96 96 will sich von Brügge nicht stoppen lassen
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17:57 23.02.2012
Von Christian Purbs
Foto: Hannover 96 wagte im Brügger Stadion ein kleines Abschlusstraining.
Hannover 96 wagte im Brügger Stadion ein kleines Abschlusstraining. Quelle: Florian Petrow
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Brügge

Es war eine stürmische Landung in Belgien. Als das Flugzeug mit der Mannschaft von Hannover 96 an Bord am Mittwoch um 11.40 Uhr in Ostende landete, geriet es durch Seitenwind ein bisschen ins Schlingern. Einmal tief durchatmen, dann war wieder alles okay.
Ein stürmischer Empfang erwartet den Fußball-Bundesligisten auch am Donnerstagabend im Rückspiel der Europa League beim FC Brügge (19 Uhr, live bei Kabel 1). Nach dem 2:1-Hinspielsieg stehen die Chancen der „Roten“ auf den Einzug ins Achtelfinale gut, selbst wenn 96 am Donnerstagabend kurz einmal die Kontrolle verlieren sollte. Denn so selbstbewusst wie nach den jüngsten Erfolgen haben sich die Hannoveraner bislang noch nie auf eine Europapokalreise begeben.

Auch wenn Mirko Slomka von einer „kniffligen Ausgangslage spricht“, so weiß der 96-Trainer auch, dass die Aufgabe für sein Team absolut lösbar ist. „Durch die Erfahrung aus unserem ersten K.-o.-Spiel in Sevilla, unsere momentane Stärke sowie die Effektivität und unser Selbstvertrauen haben wir durchaus Chancen, hier eine Runde weiter zu kommen.“

Auch seine Spieler geben sich vor der entscheidenden Partie um den Einzug ins Achtelfinale entspannt. Vor dem Abschlusstraining schauten sich einige Profis in der schönen Altstadt um, willkommene Ablenkung vor dem großen Spiel.

Mit in Brügge ist auch Lars Stindl, der Mittelfeldspieler musste Anfang der Woche beim Mannschaftstraining aussetzen, hat seine Erkältung jedoch auskuriert und wird in der Startelf stehen. Vielleicht gelingt Stindl am Donnerstagabend ja das, wonach sich alle bei 96 am meisten sehnen: ein Auswärtstor. Dass die Mannschaft über eine beeindruckende Qualität in der Offensive verfügt, hat sie in den vergangenen Begegnungen gezeigt. Die Rechnung ist einfach: Gelingt 96 am Donnerstagabend ein Treffer, dann muss Brügge drei Tore erzielen, um die „Roten“ aus dem Wettbewerb zu werfen.

Für 96 wird es deshalb auf die richtige Mischung aus Offensivgeist und kontrollierter Defensive ankommen. „Wir sind keine Mannschaft, die ein Ergebnis verwalten kann. In Sevilla haben wir das zwar auch dank einer überragenden Leistung von Ron-Robert Zieler geschafft, aber darauf können wir uns nicht immer verlassen“, sagte Slomka.

Gefahr droht den „Roten“ nicht nur von den spielstarken Belgiern, sondern auch von einem Gegner, den sie bis Mittwoch gar nicht auf dem Zettel hatten. Der Rasen im Jan Breydelstadion ist in einem katastrophalen Zustand, wer hier mit Kombinationsfußball zum Erfolg kommen will, wird Probleme haben. Das musste auch die Mannschaft von Trainer Christoph Daum am vergangenen Spieltag der 1. belgischen Liga erfahren. Denn den 2:1-Sieg im Nachbarschaftsduell gegen den KV Kortrijk bezahlte der FC Brügge mit der schweren Verletzung von Linksverteidiger Fredrik Stenman. Der schwedische Nationalspieler zog sich kurz vor der Pause einen Achillessehnenriss zu und fällt mindestens ein halbes Jahr aus. „Unser Platz ist so schlecht, dass ein Bauer seine Kühe nicht darauf lassen würde, aus Angst, dass sie sich die Beine brechen. Das ist der schlechteste Platz, den ich in meiner Karriere erlebt habe“, wetterte Daum. Erneuert wird der Rasen erst vor dem Heimspiel gegen Standard Lüttich Anfang März.

Ein Heimspiel gegen Lüttich hätte auch 96 gerne noch einmal. Sollte sich Standard nach dem 1:1 im Hinspiel in Krakau durchsetzen und die „Roten“ am Donnerstagabend Brügge ausschalten, dann würde es im Achtelfinale ein Wiedersehen mit Lüttich geben. Nicht neu, wieder Belgien, aber auch eine gute Gelegenheit zur Revanche. Und für weitere Europapokalträume.

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