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Hannover 96 Der Mann für bessere Zeiten?
Sportbuzzer Hannover 96 Der Mann für bessere Zeiten?
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00:18 02.11.2015
Von Jörg Grußendorf
Alte und neue Kollegen: Martin Bader und Christian Möckel. Quelle: Archiv
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Hannover

Der 42-Jährige erhält bei den „Roten“ einen Vertrag bis 2018; unterschreiben soll er ihn am Montagabend. Sein Dienst beginnt bereits am 1. November, somit ist er morgen beim Spiel beim Hamburger SV erstmals als 96-Offizieller dabei.

Lesen Sie auch den Kommentar dazu.

Möckels Aufgabengebiet ist fest umschrieben. „Wir haben für Christian Möckel eine neue Position geschaffen. Er ist zuständig für die Kaderplanung der Lizenzmannschaft, das gesamte Scoutingsystem und soll die Verzahnung und die sportliche Ausrichtung des Nachwuchsleistungszentrums verantworten“, sagte Bader, der 96-Geschäftsführer Sport. Er solle ganz eng mit Chefcoach Michael Frontzeck zusammenarbeiten. „Ich freue mich auf meine Aufgabe bei 96. Sie ist spannend und anspruchsvoll, weil sie personelle, organisatorische und technische Anforderungen stellt“, sagte Möckel.

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Bader, der seit dem 1. Oktober für 96 tätig ist, hatte schon länger versucht, seinen langjährigen Weggefährten aus Nürnberger Zeiten – beide arbeiteten fünf Jahre gemeinsam – nach Hannover zu locken. Man war sich auch einig, eine Verpflichtung scheiterte aber am Vertrag, den der Chefscout Möckel noch beim „Club“ hatte; eine Auflösung des Kontrakts gestaltete sich als schwierig. „Das war die Aufgabe von Christian Möckel“, sagte Bader, der sich selbst vor einigen Wochen nicht gerade im Frieden von den Franken getrennt hat. „Ich habe mich da bewusst rausgehalten.“

Auch nach der Verpflichtung Möckels als Sportlicher Leiter ist es nicht ausgeschlossen, dass 96 auf der Managerebene weiter wachsen wird. „Es kann sein, dass wir in den nächsten Monaten noch einmal über das Thema Sportdirektor nachdenken“, sagte Bader. Es sei durchaus möglich, dass „wir uns in naher Zukunft noch weiter verstärken und eine Persönlichkeit dazuholen. Wichtig war uns erst einmal, dass wir jemanden gefunden haben, der sehr schnell hier anfangen kann, um schon für den Winter mit Michael Frontzeck eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzustellen.“

Und bei Möckel wisse er, wie er arbeitet. „Wir haben ein Vertrauensverhältnis“, sagte Bader. „Von seiner Persönlichkeit, von seiner Erfahrung und seinen Kontakten kann er uns schnell helfend zur Seite stehen.“

Bei 96-Spielen wie Sonntag in Hamburg wird Möckel nicht regelmäßig dabei sein. „Seine Hauptaufgabe wird sein, unterwegs Spiele und Spieler anzusehen“, sagte Bader. Und da setze er voll auf den 42-Jährigen: „Er hat über neun Jahre interessante und vor allem nachhaltige Spieler gescoutet. Und auch das persönliche Umfeld der Spieler gecheckt.“ Allein viermal sei er wegen Hiroshi Kiyotake in Japan gewesen, bevor er ihn nach Nürnberg gelotst habe. Wie gut dieser Transfer war, erleben jetzt die 96-Fans. Davon hätten sie gern mehr.

Zur Person

Christian Möckel ist am 6. April 1973 in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) geboren. Als Profi spielter der Stürmer beim 1. FC Nürnberg und der SpVgg Greuther Fürth, darüber hinaus war er noch bei Bayern Hof, VfB Lübeck und 1899 Hoffenheim aktiv. Bei den Kraichgauern war er von 2006 bis 2010 zunächst als Sportlicher Leiter und später als Chef-scout tätig. Diesen Job übte er auch fünf Jahre lang beim 1. FC Nürnberg aus – bis zum Donnerstag. Dabei hat sich der 42-Jährige einen guten Ruf erworben. So hat er Klasseleute wie Luis Gustavo, Carlos Eduardo, Demba Ba, Hiroshi Kiyotake oder Vedad Ibisevic für die Bundesliga entdeckt, bevor sie in Deutschland überhaupt einer kannte.

gru

 

28.10.2015
Christian Purbs 28.10.2015