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Hannover 96 Das sind die Unverzichtbaren bei Hannover 96
Sportbuzzer Hannover 96 Das sind die Unverzichtbaren bei Hannover 96
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00:15 10.11.2016
Felix Klaus, Martin Harnik und Marvin Bakalorz (von links). Quelle: imago/dpa/zN/Montage
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Hannover

In einer Mannschaft, der auch nach zwölf Spielen in der 2. Fußball-Bundesliga immer noch die Konstanz und Klasse eines Spitzenteams fehlten, in der die Formschwankungen noch zu groß sind, ragt dieses Trio mit durchweg guten Leistungen heraus. Bakalorz, Harnik und Klaus, das sind die drei Unverzichtbaren bei den „Roten“, diejenigen, auf die sich Trainer Daniel Stendel verlassen kann.

Harnik war auf dem Weg nach China und hatte mit der Bundesliga eigentlich schon abgeschlossen, für Klaus lief es in seinem ersten Jahr bei 96 überhaupt nicht rund, er hatte in der Bundesliga eine Saison zum Vergessen hinter sich. Und von Bakalorz, zweimal in Folge mit dem SC Paderborn bis in die 3. Liga abgestiegen, erwarteten die 96-Fans auch keine Wunder.

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Aus dem 96-Team sind diese Profis zurzeit nicht wegzudenken. Was zeichnet sie aus, wo liegen ihre Stärken, warum funktionieren sie so gut? Eine Analyse.

Marvin Bakalorz: Es gab nicht wenige, die im Sommer bei seiner Verpflichtung den Kopf schüttelten. Denn der 27-Jährige stand für genau das, was die „Roten“ trotz des Abstiegs nicht sein wollen: Bakalorz gilt als Synonym für Zweitklassigkeit. Ein solider Arbeiter und Kämpfer ohne herausragende Stärken eben. Die ersten Wochen gaben den Kritikern sogar recht. Er wirkte auch im Training etwas hölzern, zudem verletzte er sich Ende Juni im Testspiel gegen Erzgebirge Aue. Erst die Sperre von Salif Sané verhalf dem ehemaligen Paderborner in die Stammelf. Er nutzte seine Chance und gab seinen Platz seither nicht mehr her. Egal, ob seine Nebenspieler Manuel Schmiedebach oder Sané heißen, Bakalorz macht das richtig gut und zählte auch am Sonntag im Derby zu den besten „Roten“.

Bakalorz zeigt Spiel für Spiel, dass er die 2. Liga kennt. Er weiß, auf welche Komponenten es da ankommt, und er bringt sie gewinnbringend für seine Mannschaft ein. Er lässt sich nichts gefallen, geht knallhart in die Zweikämpfe, gewinnt etliche Bälle und treibt unermüdlich an. Was auch ganz wichtig ist: Er weiß, was er kann. Und was noch mehr zählt: Er weiß, was er nicht kann und verzichtet daher auf großartige Experimente. Auch wenn Schmiedebach nach auskurierter Verletzung wieder in die erste Elf zurückkehren sollte, muss Bakalorz nicht um seinen Platz fürchten. Er ist zu einem Führungsspieler aufgestiegen.

Martin Harnik: Ähnlich wie bei Bakalorz verlief auch der Start von Harnik bei den „Roten“ enttäuschend. Dem Österreicher war in den ersten Wochen nach seinem überraschenden Wechsel zu 96 anzumerken, dass er noch nicht fit ist. Doch mit jedem Spiel kehrte ein Stück seiner Klasse zurück, dabei ließ sich der 29-Jährige auch von einem Muskelfaserriss Mitte September nicht stoppen. Wie wertvoll der Offensivspieler für die „Roten“ ist, zeigte sich in den vergangenen Wochen. Mit seinen Toren in Pokal und Meisterschaft traf Harnik bereits achtmal und brachte das Team auf Kurs. Auch am Sonntag im Derby in Braunschweig traf der Stürmer, sein Anschlusstreffer kurz vor der Halbzeit hielt die „Roten“ im Spiel.

Doch nicht nur auf dem Platz ist Harnik mit seiner mitreißenden Art längst zum Führungsspieler geworden. Diese Rolle übernimmt er auch nach dem Abpfiff, wenn es darum geht, die richtigen Worte zu finden und die Situation einzuordnen. „Er ist ein Spieler, der immer noch mal eine Idee hat und sehr positiv an die Dinge herangeht. Einer, der Verantwortung übernimmt, die Mannschaft in schwierigen Situationen führt und den Kopf oben behält“, sagt 96-Trainer Daniel Stendel.  

Felix Klaus: Seine Entwicklung in dieser Saison ist vielleicht die größte Überraschung. 3 Millionen Euro bezahlte 96 im Sommer 2015 an den SC Freiburg, doch Klaus zahlte in seinem ersten Jahr bei den „Roten“ nur mit einem Tor zurück. Er wirkte nicht fit, wurde immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen und war oft ein Fremdkörper im 96-Spiel. Erst unter Trainer Stendel kriegte der Stürmer, der bereits mit Fürth, Freiburg und 96 abgestiegen ist, in Hannover die Kurve.

Er habe im Sommer sehr viel an seiner Fitness gearbeitet, sagt der 24-Jährige. Das Ergebnis ist beeindruckend: Mit seiner Laufbereitschaft und Einsatzfreude ist Klaus zum Aktivposten im 96-Angriff geworden. Er gibt nie auf und will auch in der Nachspielzeit noch den Ball haben. Dass es keine schlechte Idee ist, ihm den Ball zu geben, zeigen die sieben Pflichtspieltore, die der Stürmer schon erzielt hat.

Von Jörg Grußendorf und Christian Purbs

Christian Purbs 06.11.2016