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Hannover 96 Danke, Didi!
Sportbuzzer Hannover 96 Danke, Didi!
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00:19 13.06.2015
Von Heiko Rehberg
Didier Ya Konan.
Didier Ya Konan. Quelle: Ulrich zur Nieden
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Hannover

Keine langgezogenen „Didiiiiii“-Rufe mehr, wenn er am Ball ist. Kein Torjubel mehr, bei dem er stets Gott gedankt hat. Und auch nicht mehr dieses ansteckende Lachen nach Siegen oder beim Training, das Ya Konan zum Publikumsliebling gemacht hat.

Hannover 96 hat dem 31-Jährigen mitgeteilt, dass für ihn in der kommenden Saison mangels sportlicher Perspektiven kein Platz mehr ist. Das hatte der Verein nach der Vorsaison schon einmal getan, aber nach einem guten halben Jahr und einem Abstecher ins Fußballrentner-Paradies Saudi-Arabien war „Dieter“ plötzlich wieder da. Nicht fit, aber gut gelaunt wie immer.

Sieben Spiele hat Ya Konan in der Verlängerung seiner hannoverschen Karriere noch gemacht, ein wichtiges - und schönes - Tor zum 2:2 in Frankfurt geschossen und ansonsten vergeblich versucht, an die guten, alten Zeiten bei den „Roten“ anzuknüpfen. Als Fan konnte man mitleiden mit dem Mann von der Elfenbeinküste, der im Abstiegskampf unbedingt helfen wollte, aber nicht mehr konnte, weil ihm wegen diverser Verletzungen die Schnelligkeit und die Geschmeidigkeit abhanden gekommen waren.

96 besaß die Option für ein weiteres Jahr, dass der Verein davon keinen Gebrauch macht, ist nachvollziehbar. „Ich glaube, Didi wird das auch nicht wesentlich anders sehen“, sagte gestern 96-Clubchef Martin Kind. An der Wahrheit konnte Ya Konan nicht mehr vorbeisprinten wie früher an den Verteidigern: Er besitzt kein Erstliganiveau mehr.

Das war früher anders, wobei früher gerade mal vier, fünf Jahre her ist. 14 Tore erzielte „Didi“ in der Saison 2010/2011 in 25 Begegnungen. Es war damals eine schöne Geschichte, dass der FC Bayern Ya Konan haben wollte - und sie stimmt tatsächlich.

Der Stürmer, den der damalige 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke bei Rosenborg Trondheim in Norwegen entdeckt hatte, war selbst für die großen Teams interessant geworden. Doch Ya Konan blieb bei 96, erlebte zwei großartige Spielzeiten in der Europa League und schaffte etwas, was nicht vielen gelingt: Er eroberte einen Stammplatz in den Herzen der Fans. Mit seinem Abschied geht der nicht verloren.

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