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Hannover 96 „Jeder Pfiff tut weh“
Sportbuzzer Hannover 96 „Jeder Pfiff tut weh“
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10:08 25.10.2014
Von Heiko Rehberg
Als Torjäger eine 96-Legende, heute 96-Scout und Vertrauter von Klubchef Martin Kind: Dieter Schatzschneider.
Als Torjäger eine 96-Legende, heute 96-Scout und Vertrauter von Klubchef Martin Kind: Dieter Schatzschneider. Quelle: Surrey
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Herr Schatzschneider, Sie waren Torschützenkönig in der 2. Liga und haben für Hannover 96 insgesamt 134 Tore erzielt. Und dann schauen Sie vor dem Spiel Ihres Klubs bei Borussia Dortmund auf die Tabelle und sehen: 96, acht Spiele, nur fünf Tore ...

Schrecklich, nicht? Da muss einfach mehr kommen, denn ob Sie es glauben oder nicht: Wir haben in der Offensive einiges zu bieten. Ich bleibe dabei: Die Qualität nach vorne ist da. Es hat in der Mannschaft noch gar keiner gemerkt, dass wir mit Joselu einen der kopfballstärksten Stürmer in der Bundesliga haben. Wir müssen ihn aber auch mal ins Spiel bringen mit Flanken.

Woran liegt es dann, dass sich diese Qualität nicht im Torverhältnis erkennen lässt?

Mein Eindruck ist: Die erste Pflicht der Mannschaft ist es, ein Spiel zu verwalten. Das schnelle Umschalten, um Tore zu schießen, ist erst die zweite Pflicht. Das muss sich ändern. Verwalten, das können die Bayern. Wir müssen das wenige nutzen, was wir haben. Das war in der Vergangenheit der Grundstock unseres Erfolges, da müssen wir wieder hinkommen.

Hannover 96 hat in den vergangenen fünf Spielen ein einziges Tor erzielt. Haben Sie als Stürmer früher auch solche Phasen erlebt? Und was kann man dagegen tun?

Na klar habe ich die erlebt. Ich habe immer auf die Worte meiner Trainer gehört. Diethelm Ferner zum Beispiel hat bei 96 immer zu mir gesagt: „Langer, auch wenn du zehn Wochen nicht triffst, du spielst immer. Notfalls schaffst du für die anderen Spieler die Räume.“

Sie wollen sagen, dass ein Stürmer, der keine Tore schießt, Vertrauen braucht.

Genau, absolutes Vertrauen. Der Trainer muss einem in dem Moment das Gefühl geben, unersetzlich zu sein, wichtig für die Mannschaft, man darf nicht infrage gestellt werden, dann platzt der Knoten auch wieder.

Ist das wirklich so einfach? 

Nun ja, es gab bei dem Satz von Ferner noch ein Aber, und das lautete: Aber du musst im Training richtig arbeiten. Das habe ich natürlich als Unverschämtheit empfunden (lacht).

Kann man Toreschießen eigentlich trainieren?

Na klar. Du musst dir im Training das Selbstvertrauen holen, dann gehst du auch im Spiel wieder vorne rein. Wichtig ist in einer solchen Situation, dass einen die eigenen Fans nicht auspfeifen. Jeder Pfiff tut nämlich weh.

Was erwarten Sie für ein Spiel in Dortmund?

Wenn wir das erste Tor machen, dann ist was möglich.

Es wäre das erste 96-Tor auswärts überhaupt.

Ach, du Schreck, wirklich?

Sie kann Tayfun Korkut ja leider nicht einwechseln. DFB-Pokalhalbfinale 1983, Fortuna Köln mit dem zweifachen Torschützen Schatzschneider gewinnt 5:0 gegen Dortmund: Erinnern Sie sich noch?

Das mit den Toren, na klar, kann schon sein. Aber sonst? Ah, doch, jetzt fällt es mir ein: Der Dortmunder Trainer (Karl-Heinz Feldkamp, d. Red.) ist danach entlassen worden.

Interview: Heiko Rehberg

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