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Hannover 96 Braunschweig und Hannover trennen sich 2:2
Sportbuzzer Hannover 96 Braunschweig und Hannover trennen sich 2:2
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19:54 06.11.2016
Von Christian Purbs
Spiel ohne Sieger: In einer kampfbetonten Partie fielen vier Tore,  Quelle: dpa
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Braunschweig

Der Werbereiter links von der Trainerbank von Eintracht Braunschweig bekam den Frust voll ab. Es lief die 63. Minute im Derby zwischen dem Spitzenreiter der 2. Fußball-Bundesliga und Hannover 96, als Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht die Pappwerbung im Stile eines Stürmers mehrere Meter nach hinten trat. Lieberknecht war stinksauer, weil sein bester Angreifer Domi Kumbela gerade innerhalb von zwei Minuten zwei große Chancen vergeben hatte.

2:1 führte Braunschweig zu diesem Zeitpunkt, hätte Kumbela getroffen, der nächste Derbysieg wäre der Eintracht höchstwahrscheinlich sicher gewesen. So aber blieb 96 weiter im Rennen – und die „Roten“ nutzten ihre Chance. Kenan Karaman traf mit einem Traumtor zum 2:2-Endstand – es war der zweite außergewöhnliche Treffer in diesem rasanten Spiel – und verhinderte damit eine weitere Niederlage von 96 im Prestigeduell.

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So nah die beiden Mannschaften mit ihrer Leistung während des Spiels und schließlich auch beim Endergebnis zusammenlagen, so nah waren auch die beiden Trainer in der Bewertung des nicht immer hochklassigen, aber jederzeit mitreißenden Nachbarduells. „Es war ein wahres Derby, ein wahres Spitzenspiel“, sagte Lieberknecht. 96-Trainer Daniel Stendel sprach von einem „hochklassigen Derby mit viel Tempo und Leidenschaft. Das war Werbung für Zweitligafußball.“

Gestört wurde diese packende Partie leider immer wieder durch das Abbrennen von sogenannten Bengalos in beiden Fanblocks. Zu Beginn der zweiten Halbzeit musste das Spiel sogar kurz unterbrochen werden, weil Leuchtraketen auf den Platz flogen. Doch selbst diese dämlichen und gefährlichen Aktionen konnten dem Fußball an diesem Tag nichts anhaben, dafür war das, was sich auf dem Platz abspielte, einfach viel zu spannend.

Den besseren Start erwischten die Gastgeber, die bereits in der 17. Minute in Führung gingen. Nach einer Ecke landete der Ball bei Eintracht-Verteidiger Ken Reichel, der mit einem spektakulären Fallrückzieher das 1:0 erzielte. Fehlende Leidenschaft und zu wenig Einsatz konnte man den „Roten“ nicht vorwerfen, viele ihre Aktionen in Abwehr und Angriff waren jedoch bis zur Pause zu überhastet und zu unkontrolliert. Und weil sich auch immer wieder individuelle Fehler einschlichen, ging der Tabellenführer sogar mit 2:0 in Führung. Der starke Onel Hernández nutzte Unachtsamkeiten von Karaman und Waldemar Anton zum 2:0 aus (36. Minute). „Wir mussten uns nach dem 0:2 schütteln und aufstehen. Und genau das hat die Mannschaft gemacht“, sagte Stendel

Wie schon so oft in den vergangenen Spielen war es Martin Harnik, der sein Team antrieb und noch vor der Pause mit ein bisschen Glück, weil sein Schuss abgefälscht war, den wichtigen Anschlusstreffer zum 1:2 erzielte (38.).

Die „Roten“ waren wieder zurück im Spiel und übernahmen immer mehr das Kommando auf dem Platz. Die Eintracht lauerte wie ein Löwe auf ihre Chancen, die sie auch bekam. Doch Kumbela schoss statt ins leere Tor knapp daneben (60.) und köpfte eine Minute später einen Tick zu hoch. Danach spielte nur noch 96 und war nach dem grandiosen Ausgleich von Karaman (66.) dem Siegtreffer näher als die Eintracht. Die größte Chance auf das 3:2 verhinderte jedoch der ansonsten ausgezeichnete Schiedsrichter Felix Zwayer. Nach einer Flanke des eingewechselten Miiko Albornoz ging Maximilian Sauer mit dem Arm zum Ball, Zwayer verweigerte 96 aber den berechtigten Elfmeter. „Da kann man Elfmeter geben, da haben wir Glück gehabt“, fand auch Eintracht-Trainer Lieberknecht.

Dass Stendel und Lieberknecht auch mit der Punkteteilung zufrieden waren und mehrmals betonten, stolz auf ihr Team zu sein, lag daran, dass sich gestern Nachmittag zwei Mannschaften gegenüberstanden, die dieses Spiel unbedingt gewinnen wollten und bis zur letzten Sekunde alles dafür taten. Über Randale, Bengalos und Ultras redete nach dem Abpfiff jedenfalls niemand mehr.

Die Höhepunkte des Spiels zum Nachlesen: 

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