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Hannover 96 96-Puppen an Brücken aufgehängt
Sportbuzzer Hannover 96 96-Puppen an Brücken aufgehängt
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16:00 04.11.2016
Diese Puppe in den Vereinsfarben von Hannover 96 samt Vereinsschal hing Freitagmorgen von der Brücke an der Clausewitzstraße herab. Quelle: Alexander Körner
Hannover

An der Eisenbahnbrücke an der Clausewitzstraße im Zooviertel hing am Freitagmorgen eine Puppe in den grün-weißen Vereinsfarben von Hannover 96 – samt rotem Fan-Schal. Auch an einer Brücke an der Friedrich-Ebert-Straße in Ricklingen baumelte eine Puppe. Auch dieser war ein Schal der "Roten" umgebunden worden. Zudem wurden Schmierereien am alten 96-Vereinsheim im Zooviertel entdeckt. Unbekannte besprühten die Vereinslogos, eines wurde mit einem Fadenkreuz versehen. Die Polizei ist informiert, sie hat die Ermittlungen vor Ort aufgenommen. 

96-Präsident Martin Kind fehlt für diese extrem ausgeprägte Spannungen das Verständnis. "Ich kann mit diesen vergangenheitsgeprägten Verhaltensmustern wenig anfangen. Aber sie sind nun einmal da", sagte der Klubboss vor der emotional aufgeladenen Partie, die indes auch sportliche Brisanz in sich birgt: Tabellenführer Braunschweig könnte im Kampf um den Bundesliga-Aufstieg mit einem Sieg acht Punkte Differenz zwischen sich und die Gäste legen.

Die an den Brücken aufgehängten Puppen wecken Erinnerungen an die unschönen Begleiterscheinungen des Derbys aus dem Jahr 2014: Damals hing ein totes, mit grüner Farbe bemaltes Lamm am Zaun des Trainingsgeländes von Hannover 96.  Zwar konnte der Landwirt ermittelt werden, dem das Lamm von der Weide gestohlen worden war, allerdings nicht der Täter, der es misshandelt, getötet und am Zaun aufgehängt hatte.

Im Jahr zuvor hatte die Polizei kurz vor dem Derby in der Oststadt ein Schwein eingefangen, das einen 96-Fanschal um den Hals trug. Der vermeintliche Scherz einiger Eintracht-Fans hätte damals beinahe ein trauriges Ende gefunden: Als das Tier über die Große Pfahlstraße lief, wäre es fast von einem Auto angefahren worden. Der Autofahrer konnte aber rechtzeitig bremsen und rief die Polizei.

Die historischen Spannungen zwischen Braunschweig und Hannover existieren seit dem Mittelalter. Die ausgeprägte Fußball-Rivalität kam 1963 hinzu, als überraschenderweise nicht "96", sondern die Eintracht Niedersachsens Vertreter in der damals neuen Fußball-Bundesliga wurde.

Angesichts der Vorgeschichte wird die Polizei die Begegnung der Mannschaften am Sonntag mit einem Großaufgebot absichern. Einsatzleiter Roger Fladung will aus polizeitaktischen Gründen die genaue Zahl der Einsatzkräfte nicht nennen, sieht sich aber gut gewappnet: "Es sind mehr Beamte im Einsatz als sonst, denn es ist ganz klar ein Spiel mit erhöhtem Risiko."

Doch damit mag sich Daniel Stendel gar nicht beschäftigen, für den 96-Coach geht es darum, im Rennen um die sofortige Bundesliga-Rückkehr Anschluss zu halten. "Ich weiß, wie wichtig dieses Spiel für den Verein ist. Aber ich sehe uns auch auf Augenhöhe mit der Eintracht", erklärte der 42-Jährige. Die Platzherren sehen die Begegnung als gute Gelegenheit, den Rivalen in der Tabelle weiter zu distanzieren. Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht: "Wir haben die Chance, unseren Vorsprung auszubauen. Das ist unser Ansporn."

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