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Hannover 96 Der Kapitän stellt sich dem Druck
Sportbuzzer Hannover 96 Der Kapitän stellt sich dem Druck
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23:08 26.11.2014
Von Norbert Fettback
„Ich bin einfach froh, wieder dabei zu sein“: 96-Kapitän Lars Stindl (r.) kämpft um den Ball wieder mit vollem Einsatz.
„Ich bin einfach froh, wieder dabei zu sein“: 96-Kapitän Lars Stindl (r.) kämpft um den Ball wieder mit vollem Einsatz. Quelle: zur Nieden
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Immer dieser Druck. Für Lars Stindl ist das nichts Neues, schließlich ist der 26-Jährige schon lange genug im Fußballgeschäft. Der Mittelfeldspieler hat ihn gespürt in den vergangenen für ihn nicht einfachen Wochen, in denen er verletzt zuschauen musste, während seine Mitspieler von Hannover 96 hart trainierten oder in der Bundesliga fleißig Punkte sammelten. Diese Zeit ist seit Sonnabend, seit der Rückkehr Stindls in die Startelf der „Roten“, zum Glück vorbei. Doch der Druck ist immer noch da, auch wenn der 96-Kapitän verbal zum Dribbling ansetzt, als die Frage danach aufkommt. Aufgrund der guten Ergebnisse, die seine Kollegen in der Zwischenzeit eingefahren haben, sei Druck von ihm abgefallen. „Ich bin einfach froh, wieder dabei zu sein“, sagt er, „und will schnell wieder in meinen Rhythmus reinkommen und Akzente setzen, um der Mannschaft zu helfen und mit ihr Spiele zu gewinnen.“

Am Sonnabend in Hoffenheim soll es damit losgehen, so lautet Stindls Ausblick. „Wir arbeiten konzentriert darauf hin, dort zu punkten und nicht in eine negative Serie reinzurutschen.“ Diese Absichtserklärung hat auch mit Frustbewältigung zu tun: Ausgerechnet als Stindl gegen Bayer Leverkusen erstmals in dieser Saison in der Liga zur Startelf gehörte, ging seine Mannschaft beim 1:3 als Verlierer vom Platz. Zusätzlich ärgerlich für ihn: Der Mittelfeldspieler ließ auch noch zwei Torchancen aus. Wer weiß, wie das Spiel ausgegangen wäre, hätte Stindl getroffen. Das ist er wieder: dieser Druck, der zum Alltag eines Fußballprofis dazugehört.

Stindl versucht erst gar nicht, sein Comeback schönzureden. „Ich konnte nicht das zeigen, was ich mir vorgenommen hatte“, sagt er. „Wenn ich uns in Führung geschossen hätte, hätte es am Ende vielleicht anders ausgesehen.“ So viel Selbstkritik muss sein bei einem, der in Hannover Kapitän ist und schon deshalb auf dem Platz mit gutem Beispiel voranzugehen hat.

Übermorgen gibt es den nächsten Anlauf. Gegen einen Kontrahenten, dem aufgrund seiner sportlichen Qualitäten mit Respekt begegnet werden muss. Stindl sieht dies auch als eine Gelegenheit, jenes Mannschaftsgefühl zu stärken, das 96 zu einem Platz in der Spitzengruppe der Liga verholfen hat; Fünfter ist sein Team derzeit. „Uns müsst ihr erst mal schlagen!“ – mit dieser Einstellung ins Spiel zu gehen könnte auch für den Sonnabend ein Erfolgsrezept sein. Und für die Wochen danach.

Fünfmal hat 96 in diesem Jahr noch die Chance, das Punktekonto weiter aufzubessern. „Die Ausgangslage ist sehr gut“, sagt der Mannschaftskapitän. „Wir wollen diese Position so lange wie möglich behaupten.“ Er warnt zugleich davor, zu denken, das werde schon irgendwie gehen. Wichtig sei deshalb auch gewesen, dass Trainer Tayfun Korkut mit der Mannschaft besprochen habe, was falsch gemacht worden sei gegen Leverkusen und was künftig besser klappen müsse.

Die personelle Situation bei den „Roten“ ist dabei laut Stindl vielversprechend. Die Zahl der Verletzten lässt sich derzeit an den Fingern einer Hand abzählen, auf dem Trainingsplatz ist es wieder richtig voll. „Wenn alle fit sind, haben wir gerade im Offensivbereich sehr viele Optionen“, sagt Stindl. Das biete mit Blick auf den jeweiligen Gegner in der Liga Variationsmöglichkeiten.

Auch so lässt sich Druck machen.

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