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Hannover 96 "Das ist kein Kuschel-Zoo, sondern Bundesliga"
Sportbuzzer Hannover 96 "Das ist kein Kuschel-Zoo, sondern Bundesliga"
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00:17 28.09.2015
Von Heiko Rehberg
"Keiner macht gerne Fehler, aber das ist kein Kuschel-Zoo, sondern Bundesliga“, erklärte 96-Trainer Michael Frontzeck. Quelle: Joachim Sielski
Hannover

Natürlich weiß Michael Frontzeck, dass es nicht nur für Hannover 96 am Sonnabend (Anstoß ist um 15.30 Uhr) im Niedersachsenderby beim VfL Wolfsburg um wichtige Punkte geht. Der Trainer des Fußball-Bundesligisten weiß auch, dass sein Job auf dem Spiel steht, wenn sich seine Mannschaft wie zuletzt beim 1:3 gegen den VfB Stuttgart als nicht bundesligatauglich erweist. Aber zum Thema macht er das nicht.

„Weder im Erfolgsfall noch in dieser Situation nehme ich mich sehr wichtig“, sagte Frontzeck am Freitag. „Ich bin überzeugt, dass wir auch diese schwierige Situation gemeinsam lösen können.“ Es gibt vermutlich kaum einen Menschen in Hannover, der es diesem sympathischen und unaufgeregten Trainer nicht gönnen würde, dass er das mit der Lösung hinbekommt. Aber es gibt eben viele, die spätestens nach dem abenteuerlich fehlerhaften Auftritt gegen Stuttgart große Zweifel haben, dass Frontzeck diese auch von ihm zu verantwortende Mannschaft noch beleben kann.

Der 96-Trainer hat aufmerksam registriert, dass ihm Clubchef Martin Kind zwar eine Jobgarantie gegeben, gleichzeitig aber in dieser Woche den Zustand des Teams und vor allem die Transfers kritisiert hat. Zur Kritik Kinds („Sicher kann man erkennen, dass die Argumente, die Profile und die Leistungsstärke der Spieler sich bisher nicht bestätigt haben“) sagte Frontzeck: „Ich werde das nicht kommentieren. Wir sind im regelmäßigen Austausch. Ich habe dazu meine Meinung, und die äußere ich bei ihm.“

Es sind schwierige Zeiten bei Hannover 96, vor allem für den Trainer. Ob er sich auch hinterfrage und darüber nachdenke, wo er Fehler gemacht habe, wurde Frontzeck am Freitag gefragt. „Es gibt keinen auf dem Planeten, der von sich behaupten kann, dass er fehlerfrei ist“, antwortete der 51-Jährige und gönnte sich eine kleine Pause: „Obwohl ich manchmal den Eindruck habe, dass das anders ist.“

Es war eine kleine Wutrede, die Frontzeck vor dem Spiel in Wolfsburg hielt, ohne dabei laut zu werden. Ihn „störe massiv“, sagte er, wie jetzt die Entscheidung dargestellt werde, Ende August keine Spieler mehr zu holen. „Es war die Empfehlung, noch Spieler zu verpflichten. Ob das klug und richtig war, es nicht zu tun, ist zu diskutieren“, hatte zum Beispiel Kind gesagt.

Frontzeck betonte, dass einige Spieler für 96 einfach nicht bezahlbar gewesen wären. Außerdem habe er warten wollen auf den neuen Geschäftsführer und den neuen Sportdirektor, um Transfers dann „seriös vorbereiten“ zu können. „Wenn mir diese Loyalität jetzt so ausgelegt wird“, sagte Frontzeck, dann sei das bedauerlich: „Die Transfers im August wären reiner Populismus gewesen.“ Für solchen Aktionismus sei er aber nicht zu haben, dazu würde er nach wie vor stehen, „wenn das auf meinem kleinen Kopf ausgetragen wird“.

Wie gesagt: Es war keine gewöhnliche Pressekonferenz, sondern die eines kämpferischen Trainers, der seinen Weg weitergehen will, selbst auf die Gefahr, dass am Ende ein Stoppschild steht.
Einen Hinweis für die Spieler, vor die er sich bislang bedingungslos gestellt hat, gab es zum Schluss auch noch: „Das ist kein Kuschelzoo, sondern Bundesliga. Ich erwarte von allen, egal, wer auf dem Platz steht, dass sie ihre Leistung zu 100 Prozent abrufen.“

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